Überraschendes in Polen

Ja, nun ist es soweit ,der wohl letzter Abschnitt meines Lebens beginnt mit einer Reise quer durch Polen. Unsere gemeinsame Planung im Rentensein soll uns nach Schweden, Finnland und noch weiterführen.

Mit einem Wohnmobil, Ehefrau und zwei Fahrrädern.

Schon die ersten Etappen in Polen brachten überraschendes hervor. Am ersten Übernachtungsort standen wir neben drei Jurten. Was macht die Mongolei hier, habe ich als erstes gedacht. Natürlich dient sie dem Tourismus.

Unsere Hexi ist noch nicht in der Mongolei angekommen.

Als zweite Überraschung in Polen standen wir nahe Stettin !! vor einem Weinberg. Dieses nördliche Weingebiet existierte tatsächlich, es gibt sogar eine Kelterei, die sich zu lohnen scheint. Eine große Baustelle zeugt davon. Der Weißwein war hervorragend,es gab sogar Quevri und Rotwein.

Die neue Winnica Kojda
Goldgelber Quevri aus Polen

Ganz nebenbei sind wir auch die erste Fahrradrunde gefahren.

Unsere erste Radtour in Polen.

Es lebe Schengen

Vor Bad Schandau erreichten wir die Grenze. Einige Pfosten mit Staatswappen auf dem Weg. Das war’s. Ich überquerte die Grenze mehrfach aus Freude. Jahrelang habe ich zu DDR Zeiten im Monat die Grenze überschritten. Immer diese lästigen Grenzkontrollen. Aber als guter DDR Bürger habe ich nichts geschmuggelt. Zumindest nichts, was größer war als ein Öl Radiator von normaler Heizkörpergröße. Heute muss ich nicht mehr schmuggeln.

Grenze ohne Kontrolle
Der grenzwütige Günter
Hrensko im Wasser

Es war nicht alles gut, aber vieles

Der tschechische Teil des ElbeRadweges liegt hinter uns .Noch etwa 10 km dann sind wir in Deutschland. Die Eindrücke sind zwei geteilt. Vorsichtig ausgedrückt, wer sein Fahrrad nicht schmutzig machen will, sollte den Abschnitt von der Spindler Mühle nach Melnik nicht fahren und seine Tour in Prag beginnen. Ab Melnik ist der Elbe Radweg mehr etwas für Weicheier. Was mich an der gesamten Strecke begeisterte, sind die vielfältige Landschaft und die alten Städte ,deren Zentren bei der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Zerstörung entgangen sind. Da hat sich die Tour allein schon gelohnt.

Die 2 war unser Wegweiser
Knallhart
Decin und sein Zentrum
Günter freut sich auf seine Gulatschen

Am Ort des Verbrechens

2.Juni 2024

Heute stand nur ein kleiner Ausflug auf dem Plan, umso bedeutender war das Ziel : Theresienstadt. Vieles erinnerte mich an die Zeit, als hier der Massenmord zu Hause war . Am meisten beeindruckte mich ein Gedenkstein am Radweg . Hier wurden an einem Tag im Jahre 1943 22.000 Menschen ermordet und die Leichen in den Fluss geworfen. So etwas ist heute unmöglich, oder?

Zum Gedenken
Steine über Steine
Irrer Ort
Und heute?
Ohre und Elbe

Wenn wir durch sind, sind wir durch

1.Juni 2024

Von Melnik nach Litomerice

Zur heutigen Tour meinte Gundolf, wenn wir durch sind, sind wir durch also am Ziel. Ich stimme dem zu meinte aber etwas ganz anderes. Wenn wir durch sind, sind wir durch und haben keinen trockenen Faden mehr am Leib. Ja ich erlebte heute meinen  ersten kompletten Regentag auf dem Elbe Radweg . Während sich Gundolf am Regen erfreute, hätte ich gern auf diesen Tag verzichtet. Am Ende hatten wir aber beide recht, wir kommen gut durch und ich war durch .

Unsere Verkleidung
Waren nur kleine Pfützen
Regen und immer wieder Regen
Endspurt
Ziel war Litomerice
Nicht der goldene Hirsch

Idylle und Frust

31.Mai 2024

Von Nymburk nach Melnik

Die Elbe und der Elberadweg sind ein Wechselbad der Gefühle .Viele Wurzel Schäden, Frust aber ein Blick auf die Elbe entschädigt für die erlittenen Qualen auf dem Sattel 

So ein Elend

. Weiter ginges nach Melnik .Selbst die Erfinder des Radweges haben eine 2A erfunden, denn der normale Radweg ist nicht gut befahrbar. An manchen Stellen ist der Radweg eine Idylle. An vielen Stellen ist es nur noch Frust hier zu fahren. Höhepunkt des Frustes waren die 4 km Bundesstraße kurz vor Melnik.

Die Rettung

Zu sehen gab es an Sehenswürdigkeiten nur eine schöne Kapelle, mitten im Wald und geschützt  von Drachenzähnen . 

Auch Günter kommt nicht durch.
Auch das gab es.

Zwischen Genie und Wahnsinn

30.5.2024 Von Kolin nach Nymburk

Weitergeht es auf dem Elbe Radweg durch Tschechien

Kaum raus aus dem Hotel geht der Radweg in eine Art Wendeltreppe über natürlich ohne Stufen. Es ist eine Meisterleistung, mein breites Liegerad, um die Rundungen herumzubringen. Ich zweifle nicht. Ich bin ein Genie. Wie nun Genie und Wahnsinn beieinander liegen, zeigt sich nur kurze Zeit später. Der Radweg entwickelt sich zu einer Schlammwüste ,den wir uns mit LKW teilen müssen .Und als der Wahnsinn beendet ist, beginnt der Himmel zu weinen.

Nymburk war unser heutiges Etappenziel.

Das Fahrrad Genie
Der Elbe Radweg Wahnsinn
Günter in Regenverkleidung
Eine Fahrradbrücke👌

Ha

Texte: Günter Schmidt

Fotos Gundolf Schmidt

Zwischen Pest und Cholera 

29.5.2024 von Pardubice nach Kolin

einige besondere Erlebnisse auf dem Elbe Radweg

Wie ein Schülerlotse stand Gundolf an der Schnellstraße um für mich eine Lücke zwischen den Fahrzeugen zu finden. Das gelang nach einigen Minuten und ich war wieder auf dem Radweg. Aber was war das :ein von Traktoren zerfahrener Weg nicht für mich geeignet da gab es nur noch die Schnellstraße . Nie wieder. Ich hatte vollstes Verständnis, dass sich  Gundolf in Kolin am Denkmal der Schutzheilgen für dessen Unterstützung bedankt. Schließlich sind wir heil am Zielort angekommen.a

Gefährlich wie die Pest der Radweg 
Gefährlich wie die Cholera, die Schnellstraße 
Danke ihr Schutzheiligen
Unser Zielort Kolin

Meckern hilft

Zweiter Tag 27.5.2024

Von Dvur Kralove nach Hradec Kralove

A

Gestern habe ich über die Berge gemeckert. Es hat geholfen. Heute sind sie weg. Nur 500 m sind etwas schwierig. Das ist so, wenn die über den Radweg eine Autobahn gebaut wird und der Radweg nicht nur weg ist, sondern zur Straße für Baufahrzeuge wurde. An der Strecke befinden sich viele eigentlich unbedeutende Dörfer, aber mit bedeutenden Schlössern und Kirchen. im Heimatort von Albrecht von Waldstein erzählt mir Gundolf, was er alles über Herzog von Wallenstein weiß . Es ist schon von Vorteil mit einem Lehrer zu reisen . Anmerkung von Gundolf Es war der Esterbauer Radführer Elbe Radweg in Tschechien.

Wenn der Radweg weg ist.
Der Heimatort von Familie Wallenstein
Günters neue Residenz
So sieht ein neuer Radweg aus.