28.05.2023 Zu den Thermen von Bagni San Filippo
Wir starteten in aller Ruhe gegen 09.30 Uhr von Pienza, denn unsere heutige Etappe war mit 27 Km relativ kurz, hatte aber auch einige Anstiege, insgesamt 330 Höhenmeter. Natürlich hätten wir mehr Kilometer zurücklegen können, aber unser Ziel waren die Therme von Bagni S. Filippo – ein Badetag stand an.

Ein letzter Blick auf das bezaubernde Städtchen Pienza und dann die Via Cassia entlang Richtung Rom. Wir haben uns wieder für die Fahrt auf der Straße entschieden, da die Anstiege hier moderater ausfallen als auf der Via Francigena.

Nach etwa 12 Kilometer kamen wir an eine Stelle, die besonders berühmt ist. Es handelte sich um die Eiche delle Checche, ein in der Toskana sehr bekannter und geschützter Eichenbaum. Die gigantische Eiche ist 370 Jahre alt und steht seit 2017 unter Denkmalschutz. Sie hat ihren Namen von den Elstern, die in den Ästen ihre Nester bauen.

Weiter ging es durch das Orcia – Tal mit seinen Zypressenalleen und den endlos weiten sanfthügeligen Feldern. Hier ist jeder Ausblick malerisch und verdient es in einem Foto festgehalten zu werden.

Im Gegensatz zur Emilia Romagna, wo die Flüsse randvoll waren und Ortschaften überfluteten, führen die Flüsse in der Toskana nur wenig Wasser. Bei fast sommerlichen Temperaturen laden sie nicht gerade zum Baden ein.

Baden wollten wir aber unbedingt, nicht in einem Fluss, aber in den heißen Quellen von Bagni S. Filippo. Die Therme gilt als das älteste natürliche und zugleich von Menschen genutzte Heilbad der Welt. Es gibt Hinweise darauf, dass schon die Etrusker und Römer diese Quellen kannten und nutzten. Interessant sind hier vor allem die weißen Kalkablagerungen, durch die über Jahrtausende eindrucksvolle Felsgebilde und Kaskaden erschaffen wurden.

Bei richtig angenehmen Temperaturen konnten wir in dem milchig trüben Wasser wunderbar baden und die einmalige Stimmung im Wald genießen. Das Wasser enthält viele wertvolle Mineralien wie Schwefel, Sulfat, Kalzium und Magnesium, die sich heilsam auf Gelenke, Knochen, Haut und Bronchien auswirken – also wie für uns gemacht.
Der Eintritt zu den heißen Quellen ist kostenlos und man kann die Heilquelle zu jeder Tageszeit, quasi rund um die Uhr, besuchen, denn es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten.
