Am Ziel unserer Pilgerwünsche


01.06.2023 Ankunft in Rom
Mit einem letzten Foto vor dem Stadttor verabschiedeten wir uns von Campagnano di Roma und es ging auf asphaltierten Wegen immer auf und ab Richtung Rom.


Bald trafen wir auch wieder auf unsere altbekannte Via Francigena. Diesmal präsentierte sie sich aber in einem besseren Zustand, fester Untergrund und manchmal sogar asphaltiert. Kurz vor Formello, im Parco Regionale die Veio, kreuzten plötzlich Pferde unseren Weg. Offensichtlich waren sie aber nicht nach Rom unterwegs.


Schon auf der Strecke bemerkten wir die großen mit römischen Zahlen versehenen Holzkreuze, die auf Kreuzwegstationen hindeuteten.

Am Ende dieses Kreuzweges befand sich die Pilgerkirche Santuario del Sorbo, in der wir auch einen Timbro (einen Stempel) in unseren Pilgerausweis drücken konnten.


Ein Ortseingangsschild passierten wir leider nicht, irgendwann waren wir plötzlich in einem der vielen Vororte von Rom. Der Verkehr nahm zu, zum Glück fanden wir aber einen Radweg, der uns über mehrere Kilometer den Tiber entlang sicher ins Zentrum von Rom führte.

Nach 54 Km und 470 Höhenmetern war es dann endlich geschafft, wir standen mitten unter den vielen anderen Pilgern und Touristen auf dem Petersplatz in Rom und konnten unsere Zielfotos schießen.

Die Poststelle auf dem Platz verweigerte uns einen Stempel und verwies auf den Dom und die Menschenschlange, die wartend auf Einlass hoffte. Da werden wir uns noch einreihen müssen, um unsere Pilgerurkunden abzuholen. Vorher gilt es aber noch, die 7 Pilgerkirchen aufzusuchen.

Unterwegs auf dem Ciclo Via Francigena

31.05.2023 Von Viterbo nach Compagnano di Roma
Mit dem Besuch des Domes verabschiedeten wir uns von Viterbo und starteten in die vorletzte Etappe, die uns mit 57 Km und 739 Höhenmetern als mittelschwere E-Bike-Tour ausgewiesen wurde.


Beim Abbiegen auf die Via Francigena mussten wir feststellen, dass der Starkregen gestern doch seine Spuren hinterlassen hatte und das Auf und Ab auf dem sandigen und steinigen Untergrund erschwerte. Aber wir hatten uns entschieden, wenigstens auf einer Etappe der Pilgerroute durchgehend zu folgen.


Je weiter wir vorankamen, desto häufiger trafen wir auf Pilger, die wie wir Richtung Rom unterwegs waren – allerdings zu Fuß. Es ging vorbei an den sich wiederholenden Haselnussplantagen, mal auf einem breiten Kiesweg, dann aber auch wieder auf schmalen naturbelassenen Wanderwegen durch die Region.


Wir bereuten bald unsere Entscheidung für den mit der Bezeichnung – Ciclo Via Francigena – auch für Radfahrer ausgewiesenen Pilgerweg, der uns und unseren Rädern alles abverlangte. Es kam zu drei Stürzen auf der Strecke, die ihre Spuren bei Fahrer und Material hinterließen und zu einem vorübergehenden Totalausfall der Technik führten.


Die mit bis zu 25 Kilogramm Gepäck beladenen Räder kamn immer wieder ins Rutschen auf dem vom Starkregen durchweichten Boden, der zudem nicht nur mit Kies, sondern auch mit Geröll und Steinen überzogen war.

Gott sei Dank verlief die Via Francigena streckenweise auf asphaltierten Nebenstraßen, so kamen wir wieder besser ins Rollen und sahen dann auch auf dem Berg unser Etappenziel – Compagnano die Roma. Der Aufstieg mit 20% Steigung war für uns nicht mehr zu schaffen und so hieß es Räder und Gepäck den Berg hochschieben.


Das sollte aber noch nicht die letzte Tortur gewesen sein, denn als wir das Haus mit der Nummer 31, unsere Unterkunft, erreichten, sahen wir schon durch die offene Tür die nächste Herausforderung – Gepäck und Fahrräder die schmalen Treppen hochwuchten. Warum bekommen wir immer die Turmzimmer?

Durch den Süden der Toskana

27.05.2023 Von Siena nach Pienza
Siena ist einen Besuch wert, mit dieser Erkenntnis verließen wir die Stadt Richtung Rom. Mit uns waren auch Pilger auf der Via Francigena unterwegs.


Nach ca. 30 Km erreichten wir das Städtchen Buonconvento. Die Altstadt Buonconventos stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist sehr gut erhalten. Zentral liegt die Porta Senese, das beeindruckende Stadttor innerhalb der Stadtmauer.

Der Süden der Toskana ist eines der malerischsten Gebiete Italiens und nicht umsonst „Sehnsuchtsziel“ vieler Touristen, denn er verzaubert seine Besucher mit einzigartigen Landschaften zwischen Olivenhainen, Zypressenalleen, Weinbergen und mittelalterlichen Orten. Wir hatten uns entschieden, die Via Francigena (Kiesweg) gegen die Via Cassia (Asphaltstraße) einzutauschen, um es in dieser sehr bergigen Region etwas leichter zu haben.


Nach 58 Km und 780 gemeisterten Höhenmetern erreichten wir Pienza, das natürlich auch wie alle Städtchen in der Toskana auf einem Berg thronte. Schon das Ortseingangsschild verwies auf dieses besondere Fleckchen Erde. Stadt und Tal gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Papst Pius II plante die nach ihm benannt Ortschaft im 15. Jahrhundert als Idealstadt im Renaissancestil. Im Zentrum des geometrisch angelegten Grundrisses entstand der Hauptplatz, die Piazza Comunale. Mehrere Straßen führen sternförmig auf die Piazza zu, wodurch einzigartige Perspektiven und ein Ausblick auf die Hauptbauten des Stadtzentrums geschaffen wurden: Die Kathedrale, den Palazzo Piccolomini, den Palazzo Vescovile sowie das Rathaus (Palazzo Pubblico). Einen besonderen Blickfang bildet der Travertin-Brunnen auf der Piazza, auf dem Pius II mit einer Widmung verewigt ist.