Weitergeht es auf dem Elbe Radweg durch Tschechien
Kaum raus aus dem Hotel geht der Radweg in eine Art Wendeltreppe über natürlich ohne Stufen. Es ist eine Meisterleistung, mein breites Liegerad, um die Rundungen herumzubringen. Ich zweifle nicht. Ich bin ein Genie. Wie nun Genie und Wahnsinn beieinander liegen, zeigt sich nur kurze Zeit später. Der Radweg entwickelt sich zu einer Schlammwüste ,den wir uns mit LKW teilen müssen .Und als der Wahnsinn beendet ist, beginnt der Himmel zu weinen.
Nymburk war unser heutiges Etappenziel.
Das Fahrrad GenieDer Elbe Radweg Wahnsinn Günter in RegenverkleidungEine Fahrradbrücke👌
Wie ein Schülerlotse stand Gundolf an der Schnellstraße um für mich eine Lücke zwischen den Fahrzeugen zu finden. Das gelang nach einigen Minuten und ich war wieder auf dem Radweg. Aber was war das :ein von Traktoren zerfahrener Weg nicht für mich geeignet da gab es nur noch die Schnellstraße . Nie wieder. Ich hatte vollstes Verständnis, dass sich Gundolf in Kolin am Denkmal der Schutzheilgen für dessen Unterstützung bedankt. Schließlich sind wir heil am Zielort angekommen.a
Gefährlich wie die Pest der Radweg Gefährlich wie die Cholera, die Schnellstraße Danke ihr SchutzheiligenUnser Zielort Kolin
Gestern habe ich über die Berge gemeckert. Es hat geholfen. Heute sind sie weg. Nur 500 m sind etwas schwierig. Das ist so, wenn die über den Radweg eine Autobahn gebaut wird und der Radweg nicht nur weg ist, sondern zur Straße für Baufahrzeuge wurde. An der Strecke befinden sich viele eigentlich unbedeutende Dörfer, aber mit bedeutenden Schlössern und Kirchen. im Heimatort von Albrecht von Waldstein erzählt mir Gundolf, was er alles über Herzog von Wallenstein weiß . Es ist schon von Vorteil mit einem Lehrer zu reisen . Anmerkung von Gundolf Es war der Esterbauer Radführer Elbe Radweg in Tschechien.
Wenn der Radweg weg ist.Der Heimatort von Familie Wallenstein Günters neue Residenz So sieht ein neuer Radweg aus.
Nach den Gesetzen der Physik fließt Wasser immer abwärts. Heute haben wir gemerkt. Radwege an Flüssen unterliegen diesen Gesetzen nicht. Die ersten Kilometer rollten die Räder wie von allein. Je weiter die Elbe dann bergab plätschert, verlässt der Radweg den Fluss, und man kommt sich vor wie auf einer Bergtour. Einzig die Landschaft hat Mitleid mit uns und entschädigt uns ein wenig für die Strapazen .
Am Ortseingang von Dvur Kralove erwartet uns ein Safaripark, der ihn nicht kennt. Selbst schuld er ist der größte seiner Art in Europa .Im Traktor oder im PKW sitzend darf man durchfahren ,mit dem Rad nicht .Wer hat denn so etwas beschlossen ,die Löwen waren es mit Sicherheit nicht.
Günter gut gelaunt Die noch ungestaute ElbeDas kurioseste DenkmalWer ist Rübezahl?
02.06.und 03.06.2023 Zu Fuß zu den sieben Pilgerkirchen in Rom Unsere Pilgerreise nach Rom sollte mit dem Besuch der sieben Pilgerkirchen ihren Abschluss finden.
Die Wallfahrt der sieben Pilgerkirchen in Rom wurde 1551 n. Chr. von dem Priester Filippo Neri initiiert, der diesen Weg am Ende seiner Gottesdienste allein oder in Begleitung einiger seiner Gläubigen zu gehen pflegte. An einem Tag ist diese Tour heute aber selbst mit Unterstützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu schaffen, da man sich zum Teil lange anstellen muss, um Einlass in die Kirche zu erhalten (Petersdom) oder die Kirchen sind in der Zeit von 12.00 Uhr bis 15.30 Uhr geschlossen.
Wir haben es in zwei Tagen realisieren können, alle sieben Pilgerkirchen zu besuchen und sechs Stempel zu bekommen. Es war bei sommerlicher Hitze anstrengend genug, denn so ganz ohne Fußmarsch geht es auch heute nicht. Hauptziel der Wallfahrt der sieben Pilgerkirchen in Rom ist natürlich der Petersdom. Hierher kommen die Gläubigen, um das Grab des heiligen Petrus, des ersten Papstes der Geschichte, zu ehren und zu besuchen, das sich in den Vatikanischen Grotten befindet.
Hier erhielten wir auch unsere Pilgerurkunde ausgehändigt, ganz unspektakulär bei den Garderoben und Toiletten, an der Außenseite des Domes – hatten wir uns auch etwas anders vorgestellt.
Und natürlich muss an dieser Stelle auch die Laterankirche, auch als „Mutter aller Kirchen“ bekannt, Erwähnung finden. Diese Basilika, die zwischen 311 und 312 n. Chr. erbaut wurde, ist die älteste der Welt und beherbergt eines der berühmtesten Fresken von Giotto sowie einige wunderschöne byzantinische Mosaike.
Weiterhin besuchten wir noch die Basilika San Sebastiano Fuori le Mura, die Basilika Santa Croce in Gerusalemme, die Basilika San Lorenzo Fuori le Mura und die Basilika Santa Maria Maggiore.
01.06.2023 Ankunft in Rom Mit einem letzten Foto vor dem Stadttor verabschiedeten wir uns von Campagnano di Roma und es ging auf asphaltierten Wegen immer auf und ab Richtung Rom.
Bald trafen wir auch wieder auf unsere altbekannte Via Francigena. Diesmal präsentierte sie sich aber in einem besseren Zustand, fester Untergrund und manchmal sogar asphaltiert. Kurz vor Formello, im Parco Regionale die Veio, kreuzten plötzlich Pferde unseren Weg. Offensichtlich waren sie aber nicht nach Rom unterwegs.
Schon auf der Strecke bemerkten wir die großen mit römischen Zahlen versehenen Holzkreuze, die auf Kreuzwegstationen hindeuteten.
Am Ende dieses Kreuzweges befand sich die Pilgerkirche Santuario del Sorbo, in der wir auch einen Timbro (einen Stempel) in unseren Pilgerausweis drücken konnten.
Ein Ortseingangsschild passierten wir leider nicht, irgendwann waren wir plötzlich in einem der vielen Vororte von Rom. Der Verkehr nahm zu, zum Glück fanden wir aber einen Radweg, der uns über mehrere Kilometer den Tiber entlang sicher ins Zentrum von Rom führte.
Nach 54 Km und 470 Höhenmetern war es dann endlich geschafft, wir standen mitten unter den vielen anderen Pilgern und Touristen auf dem Petersplatz in Rom und konnten unsere Zielfotos schießen.
Die Poststelle auf dem Platz verweigerte uns einen Stempel und verwies auf den Dom und die Menschenschlange, die wartend auf Einlass hoffte. Da werden wir uns noch einreihen müssen, um unsere Pilgerurkunden abzuholen. Vorher gilt es aber noch, die 7 Pilgerkirchen aufzusuchen.
31.05.2023 Von Viterbo nach Compagnano di Roma Mit dem Besuch des Domes verabschiedeten wir uns von Viterbo und starteten in die vorletzte Etappe, die uns mit 57 Km und 739 Höhenmetern als mittelschwere E-Bike-Tour ausgewiesen wurde.
Beim Abbiegen auf die Via Francigena mussten wir feststellen, dass der Starkregen gestern doch seine Spuren hinterlassen hatte und das Auf und Ab auf dem sandigen und steinigen Untergrund erschwerte. Aber wir hatten uns entschieden, wenigstens auf einer Etappe der Pilgerroute durchgehend zu folgen.
Je weiter wir vorankamen, desto häufiger trafen wir auf Pilger, die wie wir Richtung Rom unterwegs waren – allerdings zu Fuß. Es ging vorbei an den sich wiederholenden Haselnussplantagen, mal auf einem breiten Kiesweg, dann aber auch wieder auf schmalen naturbelassenen Wanderwegen durch die Region.
Wir bereuten bald unsere Entscheidung für den mit der Bezeichnung – Ciclo Via Francigena – auch für Radfahrer ausgewiesenen Pilgerweg, der uns und unseren Rädern alles abverlangte. Es kam zu drei Stürzen auf der Strecke, die ihre Spuren bei Fahrer und Material hinterließen und zu einem vorübergehenden Totalausfall der Technik führten.
Die mit bis zu 25 Kilogramm Gepäck beladenen Räder kamn immer wieder ins Rutschen auf dem vom Starkregen durchweichten Boden, der zudem nicht nur mit Kies, sondern auch mit Geröll und Steinen überzogen war.
Gott sei Dank verlief die Via Francigena streckenweise auf asphaltierten Nebenstraßen, so kamen wir wieder besser ins Rollen und sahen dann auch auf dem Berg unser Etappenziel – Compagnano die Roma. Der Aufstieg mit 20% Steigung war für uns nicht mehr zu schaffen und so hieß es Räder und Gepäck den Berg hochschieben.
Das sollte aber noch nicht die letzte Tortur gewesen sein, denn als wir das Haus mit der Nummer 31, unsere Unterkunft, erreichten, sahen wir schon durch die offene Tür die nächste Herausforderung – Gepäck und Fahrräder die schmalen Treppen hochwuchten. Warum bekommen wir immer die Turmzimmer?
30.05.2023 Arrivederci Toskana! Heute ging es zunächst in die benachbarte Stadt Pitigliano, der großen Schwester von Sorano. Pitigliano gehört zu den schönsten Orten Italiens und ist ein beliebtes Touristenziel, aber nicht überlaufen. Wie Sorano, liegt die Stadt im südlichen Teil der Toskana, nahe der Nachbarregion Latium. Spektakulär zeigt sich diese kleine und romantische Ortschaft vor allem aufgrund ihrer Lage auf Tuffsteinfelsen (660 m hoch).
Die mittelalterlichen Steingässchen gehören wohl sicher zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wir haben unsere Räder einmal durch den alten Stadtkern geschoben und waren begeistert.
Von Pitigliano ging es weiter rauf und runter Richtung Bolsano See, einem Vulkansee von 14 Km Durchmesser. Wir hatten die Hälfte unserer Etappe, etwa 30 Km, hinter uns gebracht und gönnten uns eine Badepause am See. Erfrischt und gestärkt ging es dann zum Passo della Montagnola, wieder 639 m hoch. Nun hatten wir die Region Latium erreicht und die Toskana hinter uns gelassen.
Wir verließen die Via Cassia, um auf der Via Francigena unser Etappenziel Viterbo zu erreichen und tauschten den Asphaltbelag gegen einen Sandweg ein.
Wenige Kilometer vor Viterbo zog eine Gewitterfront auf und es zeichnete sich ab, dass wir unser Ziel wohl nicht trocken erreichen würden.
Mit der Einfahrt in die Stadt ergoss sich der Regen über uns und wir hatten Glück, dass wir unter einer Brücke Schutz suchen konnten. Da wir unsere Ankunftzeit mit 16.00 Uhr angegeben hatten, mussten wir im Dauerregen die letzten 3 Km zurücklegen, um den Schlüssel für unsere Ferienwohnung in Empfang zu nehmen.
29.05.2023 Fahrt nach Sorano, dem Matera der Toskana Unsere Etappe nach Sorano begann gleich mit einem Paukenschlag, ein Anstieg auf 920 Meter. Um uns körperlich und moralisch darauf vorzubereiten, nutzten wir gegen 06.30 Uhr die Gelegenheit noch einmal in den warmen Quellen von Bagni S. Filippo zu baden. So früh am Morgen hatten wir das ganze Areal nur für uns – ein Traum.
Nach dem Frühstück ging es dann über den Berg, der moderate Anstieg (ca 6% bis 8%) auf der Asphaltstraße sorgte dafür, dass es am Ende zu schaffen war und wir dennoch die Fahrt genießen konnten. Uns bot sich ein bunter Blütenteppich von bekannten und uns unbekannten Pflanzen, wobei neben dem frischen Grün der Wiesen und Felder die Farben Gelb (Ginster), Weiß (Margariten), Blau und Rot überwogen.
Die Entscheidung, ob wir uns wieder der Via Francigena zuwenden oder doch auf der Asphaltstraße bleiben sollten, war schnell gefallen. Wir entschieden uns für die Straße, denn der LKW-Verkehr hielt sich in Grenzen und Straße und Randstreifen waren breit genug, um uns ohne große Gefahr schnell voranzubringen. Immerhin waren noch 48,5 Km und 740 Höhenmeter zu bewältigen.
Am Ende mussten wir noch auf Kopfsteinpflaster hoch auf den Burgberg , denn unser Hotel Della Fortezza befand sich direkt in der Festung Orsini di Sorano. Das war ein Härtetest für Fahrer und Material.
Ganz ungewöhnlich und untypisch für die Toskana stellte sich uns die kleine Gemeinde Sorano dar. Sie wird auch als das Matera der Toskana bezeichnet, wegen ihrer in den Tuffstein gegrabenen Höhlenwohnungen. Wie beim bekannteren, nahe gelegenen Pitigliano, handelt es sich um eine Citta del Tufo. Sorano faszinierte uns mit seinen pittoreskern Häusern, Gassen und Treppen und machte uns neugierig auf Pitigliano, was wir bei der nächsten Etappe ansteuern werden.
28.05.2023 Zu den Thermen von Bagni San Filippo Wir starteten in aller Ruhe gegen 09.30 Uhr von Pienza, denn unsere heutige Etappe war mit 27 Km relativ kurz, hatte aber auch einige Anstiege, insgesamt 330 Höhenmeter. Natürlich hätten wir mehr Kilometer zurücklegen können, aber unser Ziel waren die Therme von Bagni S. Filippo – ein Badetag stand an.
Ein letzter Blick auf das bezaubernde Städtchen Pienza und dann die Via Cassia entlang Richtung Rom. Wir haben uns wieder für die Fahrt auf der Straße entschieden, da die Anstiege hier moderater ausfallen als auf der Via Francigena.
Nach etwa 12 Kilometer kamen wir an eine Stelle, die besonders berühmt ist. Es handelte sich um die Eiche delle Checche, ein in der Toskana sehr bekannter und geschützter Eichenbaum. Die gigantische Eiche ist 370 Jahre alt und steht seit 2017 unter Denkmalschutz. Sie hat ihren Namen von den Elstern, die in den Ästen ihre Nester bauen.
Weiter ging es durch das Orcia – Tal mit seinen Zypressenalleen und den endlos weiten sanfthügeligen Feldern. Hier ist jeder Ausblick malerisch und verdient es in einem Foto festgehalten zu werden.
Im Gegensatz zur Emilia Romagna, wo die Flüsse randvoll waren und Ortschaften überfluteten, führen die Flüsse in der Toskana nur wenig Wasser. Bei fast sommerlichen Temperaturen laden sie nicht gerade zum Baden ein.
Baden wollten wir aber unbedingt, nicht in einem Fluss, aber in den heißen Quellen von Bagni S. Filippo. Die Therme gilt als das älteste natürliche und zugleich von Menschen genutzte Heilbad der Welt. Es gibt Hinweise darauf, dass schon die Etrusker und Römer diese Quellen kannten und nutzten. Interessant sind hier vor allem die weißen Kalkablagerungen, durch die über Jahrtausende eindrucksvolle Felsgebilde und Kaskaden erschaffen wurden.
Bei richtig angenehmen Temperaturen konnten wir in dem milchig trüben Wasser wunderbar baden und die einmalige Stimmung im Wald genießen. Das Wasser enthält viele wertvolle Mineralien wie Schwefel, Sulfat, Kalzium und Magnesium, die sich heilsam auf Gelenke, Knochen, Haut und Bronchien auswirken – also wie für uns gemacht. Der Eintritt zu den heißen Quellen ist kostenlos und man kann die Heilquelle zu jeder Tageszeit, quasi rund um die Uhr, besuchen, denn es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten.