Pilgern zum Fin da Terra

von Muxia nach Fisterra (18,5km)

Wir nahmen mit einem Foto Abschied von Muxiaund auf gings zur letzten Etappe entlang der Landstraße.

Über einen steilen Berg wanderten wir Richtung Lires, wo nach 15,5km unser Verkürzungstransfer wartete, um uns bis zum Ende der Welt zu fahren (weitere 15,5km)

Am Km 0,00 ließen wir uns ein zweites Mal ablichten, aber diesmal in Fisterra. Jetzt war definitiv unsere Pilgerreise zu Ende.

Zurück zu unserem Hotel ging es wieder 3km zu Fuß entlang der Straße.

Am Ortseingang von Fisterra besuchten wir noch die Kirche Santa Maria das Areas aus dem 14. Jahrhundert. Bis zur Entdeckung der Neuen Welt galt die Holzskulptur als die westlichste Christusdarstellung. Sie soll während eines Sturms über Bord eines Schiffes gefallen und dann in Fisterra gestrandet sein.

 Ende eines langen Abenteuers

Zum Kilometer 0

von A Grixa nach Muxia (15 km)

Wir nahmen Abschied von unserer freundlichen Gastgeberin Sofia und machten uns auf den Weg nach Muxia.

Es ging wie immer über Asphaltstraßen und lichte Waldstücke bergauf und wieder bergab.

Der steinerne Horreo aus dem 16. Jahrhundert vor der Kirche de San Martino de Ozon ist mit einer Länge von 27 m und 22 Pfeilern einer der größten Kornspeicher Galiciens.

Auch bedeutsam auf unserer Strecke war die dreischiffige romanische Kirche vom ehemaligen Kloster San Xulian de Moraine – leider geschlossen. 

Wir folgten dem Sträßchen am Kloster vorbei und wurden von einem herrlichen Küstenblick empfangen. 

Durch Kiefernwald kamen wir hinunter zur Playa de Espineirido und über den Bohlenweg erreichten wir Muxia. 

Wir liefen weiter zum Sanktuarium A NosaSenora da Barca und zum Kilometer 0,00, dem Zielpunkt unserer Etappe.

Unsere Urkunde erhielten wir in der Bibliothek von Muxia nach Vorlage unseres abgestempelten Pilgerausweises.

Dem “Vakner” entkommen

Von Oliveira nach A Grixa (17,7 Km

Beim Verlassen von Oliveira blickten wir noch einmal auf die Kirche und die Horreos und wanderten abwechselnd auf Waldschotterwegen und Landstraßen Richtung A Grixa.

Wir erreichten den Kreisverkehr, wo sich der Jakobsweg gabelt.

Weiter ging es Richtung Muxia, ins legendenumwobene “Vakner – Gebiet”. Der armenische Pilger Martiros, Bischof von Arzendjan, berichtete im 15. Jahrhundert in seinen Schriften von einer Begegnung mit einem dämonischen Wesen, einem großen, sehr gefährlichen Wildtier, der “Vakner”.

Wir begegneten ihm nicht, trafen aber auf weidende Rinder, überquerten ein romantisches Flüsschen und erreichten wohlbehalten unser Etappenziel.

Orujo sei Dank! 

von Negreira nach Oliveira (21km)

Da die Etappe mit insgesamt 33km recht lang war, hatten wir einen Verkürzungstransfer gebucht. Doch uns unterlief ein Fehler, wir hätten nicht in Vilaserio aussteigen dürfen. Was uns erwartete, war Wanderung entlang der Landstraße.

Monoton und trostlos bot sich die von intensiver Bewirtschaftung geprägte Landschaft dar, wenig Wald, viel Feld und Wiese. Abwechslung brachte nur der Wechsel der Straßenseite, von rechts nach links und von links nach rechts.

Wir überquerten den höchsten Berg der Region Terra de Xallas , den Aro (556m) und stiegen ab Richtung Lago.

Wieder an der Landstraße angekommen, wurden wir begleitet von landwirtschaftlichen Großgeräten.

Ein Cafe Carajillo (ein galizischer Espresso mit  Orujo , einem Tresterbrand) genossen in Lago, half uns über diese Monotonie und Trostlosigkeit hinweg und beflügelte unsere Schritte Richtung Zielort.

Kurz vor unserer Unterkunft erreichten wir diesen Ruheplatz mit Aussicht am Straßenrand Was stimmt nicht an diesem Foto?

 

Auf ans Ende der Welt

von Santiago de Compostela nach Negreira (21km)

Der Camino nach Finesterra und Muxia ist die Verlängerung des klassischen Jakobsweges. Was diesen Camino für uns so besonders machte, war die Möglichkeit, die Reise nach dem Besuch des Apostelgrabes fortzusetzen.

Wir verließen die Altstadt von Santiago und kamen im Stadtteil San Lourenzo durch einen kleinen Wald mit mächtigen Eichen und blickten zurück auf die Kathedrale und die Altstadt.

Weiter ging es an Mauern entlang, dann durch ein Wäldchen und bergan zum Alto do Vento.

Wir passierten die Dörfchen Ventosa und Castelo und liefen die Landstraße entlang Richtung Aguapedsada. 

Die fünfblättrige blaue galizische Ochsenzunge, der treue Begleiter auf all unseren Etappen, zeigte sich auch hier am Wegesrand. 

Höhepunkt der anstrengenden Wanderung war die sehenswerte gotische Steinbrücke von Ponte Maceira, die den Fluss Tambre in elegantem auf dem Scheitelpunkt spitz zulaufendem Schwung überspannt. Von der Brücke bot sich ein schöner Blick über den Fluss und einem mittelalterlichen Anwesen.

Von dort war es nicht mehr weit bis zum Städtchen Negreira, das Ernest Hemingway in seinem Roman “Wem die Stunde schlägt” erwähnt.

Ruhetag in Santiago de Compostela

Der heutige Tag war als “Ruhetag” geplant, aber in Santiago gibt es viel zu sehen und zu tun. So mussten wir zuallererst am Bahnhof unsere Zugfahrt nach Madrid für den 25.04. organisieren. 

Danach gingen wir mit unseren Pilgerausweisen zum Pilgerbüro, um dort unsere Compostela ausstellen zu lassen.

Im Anschluss besuchten wir die Pilgermesse in der Kathedrale und das Grab des Heiligen Apostels Jakobus, welches sich unter dem Hochaltar befindet.

Ein Rundgang durch die Altstadt war somit inklusive und wurde von uns zum Erwerb von diversen Mitbringsel und zur Käseverkostung in der QueseriaPrestes genutzt.

Am Ende hatten wir wieder über 10000 Schritte auf dem Konto – zu viel für einen “Ruhetag”.

Den Abschluss bildete um 18.00 Uhr vom Reiseveranstalter angebotene Stadtführung, um den Teil der Altstadt, der die Kathedrale umgibt, noch genauer kennenzulernen.

 

Zu den Füßen des Apostels Jakobus –

Von O Pedrouzo nach Santiago de Compostela (22 km)

Die letzte Etappe ähnelte einem Massenstart, gleich mehrere Schulklassen waren mit uns unterwegs. 

Ein letztes Mal zeigte sich der Camino von seiner ländlichen Seite. Es ging wieder durch kleine Dörfer mit offenen Kirchen, durch Wälder und über Landstraßen. 

Für die Stempler die letzte Chance, am Pilgerstrom zu verdienen.

Der Weg nach Santiago führte über den Monte do Gozo, den Freudenberg. An diesem symbolträchtigen Ort zeigten sich zum ersten Mal die Türme der Kathedrale von der Ferne. Wir mussten einige hundert Meter vom Camino abweichen, aber die Fotos waren es wert.

Vom Monte do Gozo führte der Weg bergab und zog sich kilometerlang hin, bis wir mit großem Tam-Tam in der Altstadt empfangen wurden.

Über die Praza do Obradoiro gelangten wir endlich zur Kathedrale von Santiago de Compostela, dem Höhepunkt unserer Pilgerreise.

Flaschenpost auf dem Camino

– Von Arzua nach O Pedrouzo(20 km)

Die vorletzte Etappe vor der Ankunft in Santiago war angenehm zu wandern, wenn auch schon am Start der Pilgerstrom enorm zunahm, ganze Schulklassen machten sich auf den Weg.

Die Landschaft zeigte sich zunächst unverändert, es ging über Landstraßen, Feld- und Hohlwege, durch Wald und kleine Dörfer. Eine mediterrane Atmosphäre verbreiteten Palmen, Kakteen und Bananenstauden.

Die Sonne schien, die Wanderhosen wurden kürzer und Gelegenheiten zur Erfrischung am Wegesrand wurden gern angenommen.

Da genügend Einkehrmöglichkeiten entlang des Camino angeboten werden, muss man sich als Besitzer etwas einfallen lassen, um Pilger anzulocken. Wir fanden diese kreative Nutzung des Leergutes besonders interessant.

 

Mystischer Moment

– auf dem Weg von Melide nach Arzua(14 km)

Wir verließen Melide im Sprühregen (unser ständiger Begleiter), aber nicht ohne vorher dem steinernen Kruzifix, eines des ältesten Galiciens, einen Besuch abzustatten.

Auf Landstraßen und unbefestigten Wegen zog sich der Camino durch die hügelige Landschaft, durch romantische Wälder, Kuhweiden und kleine Dörfer.

Höhepunkt der Etappe war der Besuch der romanischen Iglesia de Santa Maria außerhalb von Melide mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Das zentrale Blickfeld zeigt die Dreifaltigkeit, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten.

Gleich nach dem Besuch der Iglesia kam für einen kurzen Augenblick die Sonne hervor, um für einen mystischen Moment zu sorgen.

Danach führte uns der Camino über eine Brücke in Richtung Ribadiso und weiter, an der Straße entlang, nach Arzua, unserem Etappenziel.

Ins Zentrum Galiciens

3.Etappe – Von Palas de Rei nach Melide (14 km)

Wir verließen Palas de Rei um in dichte Wälder einzutauchen.

Hatten im Mittelalter die Templer die Pilgerscharen vor Wegelagerern beschützt, so belagern heute die Stempler die Waldwege, um ihre bunten Wachsstempel an die Frau oder den Mann zu bringen. 

Einer von vielen Möglichkeiten

Durch hügeliges Gelände ging es weiter Richtung San Xuliando Camino. In der romanischen Kirche des Ortes, ein Beispielreligiöser Architektur der Region, erhielten wir unseren zweiten Tagesstempel und hatten Gelegenheit, ein Kerzenlicht anzuzünden.

Noch vor Melide passierten wir die schöne mittelalterliche Brücke von Furelos, ein steinerner Zeuge der historischen Bedeutung des Jakobsweges. 

Melide selbst liegt genau in der geografischen Mitte von Galicien und hier mündet der Camino Frances in den Camino Primitivo, dem ältesten Jakobsweg.