Auf Wiedersehen Südtirol 05.09.2022

Auf Wiedersehen Südtirol 05.09.2022
Mit unserer 16. Etappe verabschiedeten wir uns von Tramin und machten uns auf den Weg nach Trento, 58 Km und 190 Höhenmeter.

Super Radweg


Wir fuhren auf dem Giro del Vino, trafen aber ab und zu auch auf unsere altbekannte Via Claudia Augusta. Der Radweg war hervorragend ausgebaut und durchgehend asphaltiert.

Der Giro del Vino


Hinter Neumarkt/ Egna erreichten wir die deutsch-italienische Sprachgrenze, jetzt verließen wir die Provinz Südtirol und damit den überwiegend deutschsprachigen Raum – benvenuti in Italia.

Die Sprachgrenze


Der Giro del vino führte uns durch die überwiegend italienisch geprägten Städtchen Mezzocorona und Mezzolombardo. Hier statteten wir der Grappadestillerie Villa de Varda einen Besuch ab, in der die Teroldegotraube zu Grappa veredelt wird, und ließen uns die Gelegenheit zum Kauf nicht entgehen.

Grappakauf in einer Destellerie


Weiter ging es auf dem Etschtalradweg nach San Michele und immer weiter Richtung Trento, wo wir auch wieder auf unsere Via Claudia Augusta trafen.


Angekommen in Trento, der Hauptstadt des Trentino, radelten wir ins Zentrum, zur Piazza del Duomo mit dem romanischen Dom und dem barocken Neptunbrunnen aus dem 18. Jahrhundert und ließen uns vom Flair dieser Stadt bezaubern.

Die Piazza in Trento

Auf der Weinroute – von Andriano nach Tramin 04.09.2022

Auf der Weinroute – von Andriano nach Tramin 04.09.2022

Von Andriano aus ging es rund 50 Km nach Tramin auf guten asphaltierten Wegen und mit moderaten Steigungen.

Sehr guter Radweg


Wir folgten der Weinroute und machten Zwischenstopp im Schloss Sigmundskron bei Bozen.

Schloss Sigmundskron


Das einzigartige Messner Mountain Museum ist ein Mosaik aus sechs Museen in den italienischen Alpen. Reinhold Messner hat es geschaffen, um die Beziehung zwischen Mensch und Berg zu beschreiben. Sein Zentrum liegt im MMM “Firmian” bei Bozen. In den alten Mauern von Schloss Sigmundskron schlägt das kreative Herz des gesamten Museumskonzeptes.

Messner Mountain Museum


In einem Rundgang erzählen Bilder, Skulpturen, symbolische Gegenstände und Reliquien von der Bedeutung der Berge für die Menschen.

Im Zentrum steht das Bergsteigen.


Nach diesem Museumsmarathon ging es an Weinbergen vorbei zum Kalterer See und von dort weiter nach Tramin.

Weinberge


Zu unserer Überraschung fand an diesem Wochenende das traditionelle Musikfest statt, welches das 4000 Seelendorf zu einem Mekka der Blasmusikszene verwandelte.

Südtiroler Gaudimusikanten

Tolle Stimmung, guter Wein und gutes Essen, ein schöner Ausklang.

Lagrein und Vernatsch

Wandertag in Andriano Südtirol 03.09.2022

Wandertag in Andriano Südtirol 03.09.2022
Für den Samstag hatten wir einen Wandertag eingeplant, um der sixtinischen Kapelle der Alpen einen Besuch abzustatten. Da es unmöglich war, mit dem Fahrrad die Burg zu erreichen, mussten wir uns von Andriano 8 Km zu Fuß auf den Weg machen und dabei 460 Höhenmeter überwinden.

Voll anstrengend

Kunst im Dorf


Schon beim Einstieg stießen wir auf Kunst und Krempel – eine kreative Person hatte Spruchweisheiten auf Alltagsgegenständen am Wegesrand zur Schau gestellt, eine originelle Idee.

Der Kreidturm


Der Aufstieg zur Burg war beschwerlich und der markierte Weg führte mal steiler, mal flacher vorbei am Kreidturm zur Burg Hocheppan. Der 34 Meter hohe viereckige Turm wurde einst als Wehr – und Wachturm für „Kreidfeuer“ genutzt.

Heute eine Gaststätte


Die besondere Lage von Hocheppan (636m) erklärt die Bedeutung dieser Burg der Grafen von Bozen. Neben einer Kapelle aus dem 10. Jahrhundert erbauten die Grafen ihren neuen Sitz.

Sixtinische Kapelle der Alpen

Die 1131 nach einem Umbau wieder geweihte Burgkapelle mit ihren drei Apsiden ist reich an romanischen Wandmalereien, weshalb man sie auch als sixtinische Kapelle der Alpen bezeichnet. Die byzantinisch geprägten Fresken mit Szenen aus dem Leben Jesu und der Apostel sind sehr eindrucksvoll.

Gut erhalten


Nach einer Erfrischung im Burgrestaurant ging es den gleichen Weg wieder zurück nach Andrian, wo wir in der Pizzeria den wunderbaren Ausflug mit Profiterole ( italienische Windbeutel) und Cappuchino ausklingen ließen.

Profiterole

Zu Ötzi nach Bozen 02.09.2022

Zu Ötzi nach Bozen 02.09.2022

Von Meran ging es am Freitag nach Bozen, eine kurze Etappe, aber da wir Quartier in Andriano nahmen und so wieder von Bozen zurückfahren mussten, wurden es am Ende auch wieder 50 Km.
Der Radweg war breit, gut ausgebaut und asphaltiert, solange wir im Tal fuhren. Mussten wir aber der Via Claudia Augusta folgend den Radweg Merano – Bozen verlassen, dann ging es oft auf schmaleren Wegen und auch auf Kies weiter, aber immer vorbei an den endlosen Apfelplantagen.

Endlose Apfelplantagen


Die Strecke von Andriano nach Bozen verlief parallel der Eisenbahnlinie und der Etsch, wir kamen schnell voran. In Bozen war es etwas schwieriger, da wir oft die Seite wechseln mussten, mal waren die Radwege rechts, dann wieder links. So kämpften wir uns durch die Vorstadt ins Stadtzentrum bis zum Südtiroler Archäologiemuseum, um den berühmten Mann im Eis zu besichtigen.

Mann aus dem Eis


Danach ging es zur Piazza Walther, dem berühmten Waltherplatz, der sich ebenfalls im Zentrum der Südtiroler Landeshauptstadt befindet. Seinen Namen verdankt er dem Dichter Walther von der Vogelweide, dem das von Heinrich Natter aus Laaser Marmor geschaffene Walther-Denkmal auf der Mitte des Platzes gewidmet ist. Der Waltherplatz gilt als einer der markantesten Punkte und als gesellschaftliches Zentrum der Stadt.

Piazza Walther

In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, der wir ebenfalls noch einen Besuch abstatteten.
Am Nachmittag traten wir wieder unseren Rückweg an in Richtung Andriano.

Auf dem Etsch Radweg

Ruhetage in Meran 31.08. – 01.09.2022

Ruhetage in Meran 31.08. – 01.09.2022
Meran ist die zweitgrößte Stadt Südtirols nach Bozen mit ca. 42000 Einwohnern.

Schloss Trautmannsdorff

Die Kurstadt ist die einzige Stadt Südtirols, deren Bevölkerung sich je zur Hälfte aus italienisch und deutschsprachigen Einwohnern zusammensetzt.

Promenade an der Passer

Meran liegt im Herzen Südtirols auf der Südseite der Alpen.

Das Kurhaus

Für Menschen aus dem Norden ist die Region das Tor zum Süden, für Menschen aus dem Süden das Tor zum Norden.

Altstadt mit Stadtpfarrkirche


Die Kurstadt und ihre umliegenden Orte und Täler profitieren in vielerlei Hinsicht von dieser besonderen Lage.

Der Tappeinerweg

Ganzjährig herrscht ein mildes Klima, die Stadt ist geprägt von ausgedehnten Parks und grünen Promenaden, von botanischen Gärten und zahlreichen Wasserläufen und in der Küche finden sich mediterrane Zutaten genauso wie alpine.

Marillenknödel


Wir genossen das urbane Flair der Altstadt, die Prunkbauten der Belle Epoque und die preisgekrönten Gärten von Schloss Trauttmansdorf.

Gärten von Schloss Trautmannsdorff

Im Schloss, wo einst die Kaiserin Elisabeth (Sisi) logierte, befindet sich heute das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, kurz Touriseum genannt.

Kaiserin Sisi war hier dreimal gewesen.

Durch den Vinschgau nach Meran 30.8.2022

Durch den Vinschgau nach Meran 30.8.2022
Unsere 13.Etappe war eine Etappe der Superlative – sie war mit 83 Km die längste und mit 1360 Höhenmetern abwärts die schnellste Etappe. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug ca. 22 km/h.
Wir starteten von Reschen aus und schossen unser erstes Foto natürlich am aus dem Reschensee ragenden Kirchturm, der Bildikone schlechthin in dieser Region.


Von Reschen aus ging es auf der Radautobahn Richtung Meran

. Die fast durchgängig asphaltierte und breit angelegte Radstrecke führte vorbei an Apfelplantagen und an der Etsch, dem mit 415 Km zweitlängsten Fluss in Italien. Die Etsch, trentinisch Ades, entspringt in Südtirol und durchfließt das Etschtal und die Po – Ebene.
Wir folgten weiter der Via Claudia Augusta und machten einen Zwischenstopp in Naturns. Hier fanden wir, eingebettet in die in der Talsohle vorherrschenden Apfelgärten, die kleine Kirche St. Prokolus.

Dieses Kirchlein ist ein kunsthistorisches Kleinod. Im Innern ist ein einzigartiger Freskenzyklus zu finden, der nach der Freilegung 1923 als Sensationsfund galt. Die unteren Fresken zählen zu den frühesten Beispielen vorromanischer Wandmalerei im deutschsprachigen Raum.

Engel und Heilige, der berühmte Schaukler und sogar eine Rinderherde sind zu bewundern. Die Malereien lassen sich nicht mit Sicherheit deuten und so gibt es auch über den sogenannten „Schaukler“ unterschiedliche Ansichten. Handelt es sich tatsächlich um den Heiligen Prokulus, vierter Bischof von Verona, der seine Stadt fluchtartig verlassen musste oder ist die Flucht des Paulus aus Damaskus dargestellt?


Von Naturns aus ging es in einstündiger Fahrt zu unserem Etappenziel Merane. Dort trafen wir in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Quartiers wieder auf Martin Luther – ein Zufall?

Ankunft in Italien 29.08.2022

Ankunft in Italien 29.08.2022

Wieder folgten wir der Via Claudia Augusta in Richtung Reschenpass, 43 Km und 860 Höhenmeter waren zu überwinden. Wir machten uns dabei nicht zum Clown, denn die Radtouristen, die mit uns auf dem Pass radelten, waren auch nicht viel schneller unterwegs.

Beliebtes Fotomotiv auf der Via Claudia Augusta


Bevor wir aber den Reschenpass passieren konnten, ging es auf steinigen Kieswegen steil bergauf Richtung Schweiz. Ein beliebtes Fotomotiv vor der Grenze zur Schweiz ist die ehemalige Grenzfeste und Zollstation Altfinstermünz an der Innschlucht zwischen Pfunds und Nauders.

Unheimlich romantisch und anstrengend


Auf der Asphaltstraße angekommen, ging es gut, wenn auch nicht ohne Kraftanstrengung, voran, 11 Km lang immer bergauf. Im Vergleich war der Fernpass die weitaus größere Herausforderung.

11 Spitzkehren am Reschenpass


In Nauders hatten wir es endlich geschafft, es ging wieder abwärts Richtung italienische Grenze. Es gab zwar noch ein paar kleine Anstiege, aber die waren nur kurz und das Ziel in Sichtweite.

Österreich gibt noch einmal alles.


Bei Reschen passierten wir die Grenze und können uns nun auf entspanntere Etappen einstellen.

An der Grenze zu Bella Italia

Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Nach der stressigen Fernpassüberquerung genehmigten wir uns eine entspannte Etappe durch das Oberinntal. Von Tarrenz ging es nach Ried, 46 Km und 390 Höhenmeter.

Hervorragende Radwege im Oberinntal

Auf breiten und gut asphaltierten Radwegen fuhren wir durch das Tal und dabei immer auf der altbekannten Via Claudia Augusta.

Via Claudia Augusta

Diesmal hatten wir genügend Zeit, um all die Schautafeln zu studieren, die in regelmäßigen Abständen Informationen über die Kaiserstraße an die Radtouristen geben. Die antike Alpenautobahn führte primär auf der Sonnenseite der Täler entlang. Wenn aber für die Römer die Steinschlaggefahr zu groß war, entschieden sie sich für eine Brücke über den Inn.

Mehrmals über den Inn

So mussten auch wir den Inn mehrmals überqueren, immer der Via Claudia Augusta folgend.
Dabei trafen wir auf einen australischen Radtouristen, der von Paris kommend auf einem Klapprad mit selbstgebautem Kofferanhänger durch das Oberinntal radelte – sein Ziel – Rom.
Wir sind also nicht die einzigen “Verrückten” auf der Via Claudia Augusta.

Exot auf dem Radweg

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Wir verließen Füssen und das Lechtal und auf zunächst gut asphaltierten Radwegen ging es entlang der Via Claudia Augusta Richtung Tirol. Insgesamt waren 910 Höhenmeter auf der 65 Km langen Radtour nach Tarrenz zu überwinden.

Immer wieder gibt es lesenswerte Tafeln am Wegesrand.


Die Strecke von Füssen über den Fernpass bis zum Reschenpass ist sehr anspruchsvoll, aber landschaftlich wohl der Höhepunkt unserer gesamten Tour.

Zugspitze vor den Augen


Es gab sehr viele Steigungen und schwierige Teilstücke. Auf steinigen, sehr schwer befahrbaren Wegen ging es im letzten Drittel dieser Etappe ständig bergauf und bergab.

Der Huckepack Service ist eine wirklich gute Idee.


So lauern auch heute noch Gefahren auf Alpenpässen. Es ist einiges an Anstrengung notwendig, wenn man sie sich mit eigener Kraft erarbeiten will.

Eine besonderer Abschnitt voller Gefahr


Nach dem bisher schwierigsten Teilstück erreichten wir den Gasthof Seewald, der – Gott sei Dank – direkt an der Via Claudia Augusta lag und uns Quartier bot.

Tirol vom Feinsten

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Durch das wunderschöne bayrische Voralpenland ging es heute nach Füssen. Hier scheint die Natur noch in Ordnung, die Wiesen im satten Grün, die Wälder sehen gesund aus, kein Vergleich zu Thüringen, Sachsen oder Brandenburg, gesegnetes Bayern.
Die Radwege sind fast durchgehend asphaltiert oder es gibt feste Kieswege durch schattige Wälder und immer der Blick auf die Berge – einfach wunderschön.

Durch das Voralpenland


Auch BIO – Milchtankstellen gibt es hier am Radweg, die frisch gekühlte Heumilch anbieten – ein Genuss und damit eine echte Alternative zu Radler und Bier.

Selten aber gut.


Wir folgten weiter der Via Claudia Augusta, der römischen Kaiserstraße, und waren zeitweise gleichzeitig auch auf der Romantischen Straße und auf dem Lechradweg unterwegs.

Die alte römische Kaiserstraße.


So kamen wir kurz vor Füssen auch an den Forggensee und nutzten bei sonnigem Wetter die Gelegenheit zum Baden und Ausruhen.

Ein kleines Badeparadies


Nach einer leichten und erholsamen Tour, trotz 66Km und 510 Höhenmetern, kamen wir gegen 16.00 Uhr entspannt in der Touristenhochburg Füssen an.

Menschen über Menschen.