Auf einer Fahrrad-Tour durch die immer schöner werdende Stadt an der Oder entdeckte ich Altbekanntes, wie das Rathaus und Neues.
Immer wieder gibt es dort etwas zu entdecken, sei es eine Streetfood-Halle,
sei es, eine neue Aussichtsplattform oder sei es ein ehemaliges deutsches Stadtviertel. Verbunden sind fast alle Sehenswürdigkeiten mit ausgezeichneten Radwegen oder Radspuren.
Meine liebsten Entdeckungen sind aber die neuesten Zwerge. Papa Krol darf natürlich nicht fehlen.
Die Anreise zum Green Velo war mit unterschiedlichen Autoproblemen behaftet. Kurz nach Dresden leuchtete eine gelbe Lampe auf. Ich fuhr zurück zu unserer Autowerkstatt nach Roda, eine Probefahrt eine kleine Durchsicht und sie gab grünes Licht. Alles war in Ordnung. Wahrscheinlich nur ein Wackelkontakt. Am selben Tag fuhr ich also noch nach Wroclaw.
Am übernächsten Tag wollte das Auto schon nicht von der Wiese fahren.( Es war ein sehr nasser Untergrund gewesen.) Beim Stopp am Ausgang des Campingplatzes ging gar nichts mehr ,die gelben Engel vom polnischen ADAC kamen nach circa einer halben Stunde. Die Batterie hatte ihren Geist aufgegeben. Was tun? So entschloss ich mich ,die Batterie wechseln zu lassen. Gesagt getan. Der Weiterfahrt stand nichts mehr im Wege. Toi toi toi.
Der Camino nach Finesterra und Muxia ist die Verlängerung des klassischen Jakobsweges. Was diesen Camino für uns so besonders machte, war die Möglichkeit, die Reise nach dem Besuch des Apostelgrabes fortzusetzen.
Wir verließen die Altstadt von Santiago und kamen im Stadtteil San Lourenzo durch einen kleinen Wald mit mächtigen Eichen und blickten zurück auf die Kathedrale und die Altstadt.
Weiter ging es an Mauern entlang, dann durch ein Wäldchen und bergan zum Alto do Vento.
Wir passierten die Dörfchen Ventosa und Castelo und liefen die Landstraße entlang Richtung Aguapedsada.
Die fünfblättrige blaue galizische Ochsenzunge, der treue Begleiter auf all unseren Etappen, zeigte sich auch hier am Wegesrand.
Höhepunkt der anstrengenden Wanderung war die sehenswerte gotische Steinbrücke von Ponte Maceira, die den Fluss Tambre in elegantem auf dem Scheitelpunkt spitz zulaufendem Schwung überspannt. Von der Brücke bot sich ein schöner Blick über den Fluss und einem mittelalterlichen Anwesen.
Von dort war es nicht mehr weit bis zum Städtchen Negreira, das Ernest Hemingway in seinem Roman “Wem die Stunde schlägt” erwähnt.
Der heutige Tag war als “Ruhetag” geplant, aber in Santiago gibt es viel zu sehen und zu tun. So mussten wir zuallererst am Bahnhof unsere Zugfahrt nach Madrid für den 25.04. organisieren.
Danach gingen wir mit unseren Pilgerausweisen zum Pilgerbüro, um dort unsere Compostela ausstellen zu lassen.
Im Anschluss besuchten wir die Pilgermesse in der Kathedrale und das Grab des Heiligen Apostels Jakobus, welches sich unter dem Hochaltar befindet.
Ein Rundgang durch die Altstadt war somit inklusive und wurde von uns zum Erwerb von diversen Mitbringsel und zur Käseverkostung in der QueseriaPrestes genutzt.
Am Ende hatten wir wieder über 10000 Schritte auf dem Konto – zu viel für einen “Ruhetag”.
Den Abschluss bildete um 18.00 Uhr vom Reiseveranstalter angebotene Stadtführung, um den Teil der Altstadt, der die Kathedrale umgibt, noch genauer kennenzulernen.
Von O Pedrouzo nach Santiago de Compostela (22 km)
Die letzte Etappe ähnelte einem Massenstart, gleich mehrere Schulklassen waren mit uns unterwegs.
Ein letztes Mal zeigte sich der Camino von seiner ländlichen Seite. Es ging wieder durch kleine Dörfer mit offenen Kirchen, durch Wälder und über Landstraßen.
Für die Stempler die letzte Chance, am Pilgerstrom zu verdienen.
Der Weg nach Santiago führte über den Monte do Gozo, den Freudenberg. An diesem symbolträchtigen Ort zeigten sich zum ersten Mal die Türme der Kathedrale von der Ferne. Wir mussten einige hundert Meter vom Camino abweichen, aber die Fotos waren es wert.
Vom Monte do Gozo führte der Weg bergab und zog sich kilometerlang hin, bis wir mit großem Tam-Tam in der Altstadt empfangen wurden.
Über die Praza do Obradoiro gelangten wir endlich zur Kathedrale von Santiago de Compostela, dem Höhepunkt unserer Pilgerreise.
Die vorletzte Etappe vor der Ankunft in Santiago war angenehm zu wandern, wenn auch schon am Start der Pilgerstrom enorm zunahm, ganze Schulklassen machten sich auf den Weg.
Die Landschaft zeigte sich zunächst unverändert, es ging über Landstraßen, Feld- und Hohlwege, durch Wald und kleine Dörfer. Eine mediterrane Atmosphäre verbreiteten Palmen, Kakteen und Bananenstauden.
Die Sonne schien, die Wanderhosen wurden kürzer und Gelegenheiten zur Erfrischung am Wegesrand wurden gern angenommen.
Da genügend Einkehrmöglichkeiten entlang des Camino angeboten werden, muss man sich als Besitzer etwas einfallen lassen, um Pilger anzulocken. Wir fanden diese kreative Nutzung des Leergutes besonders interessant.
Wir verließen Melide im Sprühregen (unser ständiger Begleiter), aber nicht ohne vorher dem steinernen Kruzifix, eines des ältesten Galiciens, einen Besuch abzustatten.
Auf Landstraßen und unbefestigten Wegen zog sich der Camino durch die hügelige Landschaft, durch romantische Wälder, Kuhweiden und kleine Dörfer.
Höhepunkt der Etappe war der Besuch der romanischen Iglesia de Santa Maria außerhalb von Melide mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Das zentrale Blickfeld zeigt die Dreifaltigkeit, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten.
Gleich nach dem Besuch der Iglesia kam für einen kurzen Augenblick die Sonne hervor, um für einen mystischen Moment zu sorgen.
Danach führte uns der Camino über eine Brücke in Richtung Ribadiso und weiter, an der Straße entlang, nach Arzua, unserem Etappenziel.
Wir verließen Palas de Rei um in dichte Wälder einzutauchen.
Hatten im Mittelalter die Templer die Pilgerscharen vor Wegelagerern beschützt, so belagern heute die Stempler die Waldwege, um ihre bunten Wachsstempel an die Frau oder den Mann zu bringen.
Einer von vielen Möglichkeiten
Durch hügeliges Gelände ging es weiter Richtung San Xuliando Camino. In der romanischen Kirche des Ortes, ein Beispielreligiöser Architektur der Region, erhielten wir unseren zweiten Tagesstempel und hatten Gelegenheit, ein Kerzenlicht anzuzünden.
Noch vor Melide passierten wir die schöne mittelalterliche Brücke von Furelos, ein steinerner Zeuge der historischen Bedeutung des Jakobsweges.
Melide selbst liegt genau in der geografischen Mitte von Galicien und hier mündet der Camino Frances in den Camino Primitivo, dem ältesten Jakobsweg.
2. Etappe Von Portomarin nach Palas de Rei (26 km)
Von Portomarin ging es über die Brücke tiefer ins ländliche Galicien mit seiner charakteristischen Hügellandschaft und den Eukalyptus- und Kastanienwäldern.
Bis Palas de Rei verlief der Weg monoton, meist entlang von Landstraßen, aber die Abfolge von kleineren Siedlungen und damit verbundenenEinkehrmöglichkeiten sorgte für etwas Abwechslung.
Die Dörfer mit ihren Lost Places und Steinmauern entfalteten ihren eigenen Charme, ebenso die für Galicien unverwechselbaren Horreos, auf Stelzen vom Boden erhobene Stein- oder Holzkonstruktionen, in denen die Ernte gespeichert wird.
Die notwendigen Stempel für den Pilgerpass erhielten wir in jedem Dorf oder auch mal direkt von der Guardia Civil.
Über unbefestigte Feld- und Waldwege ging es hinab nach Palas de Rei.
Die San Salvador Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein Muss für jeden, der Sarria besucht und da unser Weg daran vorbei ging, begann unser Camino genau an diesem Ort.
Wir folgten den gelben Pfeilen und dem Symbol der Jakobsmuschel und verließen Sarria über die Römer Brücke Ponte da Aspera.
Der Camino schlängelte sich durch bizarre Eichenwälder, und Felder. Auf der Höhe von Ferreirospassierten wir die meistfotografierte Wegmarke des gesamten Jakobsweges.
Ab hier sind es noch 100 km bis Santiago. Kurz nach Vilacha verzweigte sich der Weg. Der Hauptweg gingnach links und stieg nach wenigen Minuten durch einen engen steilen Felskanal zur LU-633 ab.
Von dort aus ging es über die Brücke und die große Freitreppe mit insgesamt 82 Stufen in die Altstadt von Portomarin mit der festungsähnlichen Iglesia de San Nicolas.