Luther ohne Lutherweg 4.6.2017

Luther ohne Lutherweg 4.6.2017

Es gibt sogar noch Landregen, gut für den Garten schlecht für das Radfahren. Es geht zwar mit Rückenwind schneller, aber irgendwann ist Mann und Frau durchgeweicht. So musste die Turbo Variante von Halle nach Bad Düben her. Aus 80 wurden 65 Kilometer und nur drei Luther Stätten.

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Die Kirche in Gütz ist so eine Entdeckung, ohne Buch würde ich niemals hier her fahren. Eine tolle Geschichte verbindet sich mit dem Gotteshaus. Von außen und von innen super restauriert. Alle Achtung. Der Glasbildner Holger Brülls hat sehr schöne Fenster entworfen.

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Die Autobahnkirche Brehna ist durch Katharina von Bora für einen Besuch wichtig. Hier wurde sie Nonne. Heute eine imposante Kirche im Herzen von Brehna.

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Letzter Luther Zwischenstopp war überraschenderweise die Stadtkirche von Bitterfeld in meinem Buch 95 Lutherorte vorgeschlagen worden. Groß und mächtig, aber in der kleinen Seitenkapelle war Luther aufgebahrt worden. Und im Zielort Bad Düben gab es zur Belohnung zwei Lutherflekke.

 

Nasser Lutherweg in Sachsen Anhalt 3.6.2017

Nasser Lutherweg in Sachsen Anhalt 3.6.2017

Petrus meinte es gut mit Sachsen Anhalts Gärten. Er ließ es endlich mal regnen. Für eine Fahrradtour ist Regen nur bedingt ein Segen. Da wir aber unsere Regenkleidung ausprobieren wollten, war auch das Nass von oben für uns ein Segen. Der Lutherweg ist auch in Sachsen Anhalt nur bedingt tauglich für eine gemütliche Radtour. Der Untergrund wechselt von Asphalt auf Sand und Wiese. Kopfsteinpflaster war auch dem Abschnitt von Eisleben nach Halle auch im Angebot.

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So war es natürlich nicht verwunderlich, dass meine Partnerin bald streikte. Sie kennt den Lutherweg halt nicht. In Halle aber angekommen, machte sie gute Bilder von der Marktkirche samt Totenmaske von Martin Luther.

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Ein Besuch der Franckischen Stiftungen samt einer Jugendausstellung zur Reformation rundete den ersten Tag auf dem Lutherweg durch Sachsen- Anhalt ab.

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Ein heißer Tag mit Martin Luther und Thomas Müntzer 28.5.2017

Ein heißer Tag mit Martin Luther und Thomas Müntzer 28.5.2017

Es wurde der tatsächlich heiße Abschluss meiner Luthertour durch Thüringen und Sachsen Anhalt. Es waren nicht nur die Temperaturen, sie  waren wirklich sehr heiß auch das Verhältnis der beiden großen Männer war sehr hitzig gewesen.

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In Allstedt konnten wir uns in einer Originalwirkungsstätte von Thomas Müntzer dem Reformator nähern. Mehrere Ausstellungen vermittelten auf der Burg Allstedt ein sehr differenziertes aber auch anschauliches Bild dieses Mannes. Er forderte viel und hat in der Fürstenpredigt sich auch mit den Mächtigen seiner Zeit angelegt. Und die heutige Stadtkirche wirkte sehr lebendig auf mich.

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In Mansfeld waren wir dann in der Heimatstadt Martin Luthers zu Gast gewesen.  Das Luther Elternhaus wurde nach modernsten museumsgeschichtlichen Richtlinien aufgebaut. Ein Augenschmaus, den ich wirklich jedem Lutherfan empfehlen kann. Großzügig und multimedial tauchte ich in die Zeit des 15. Jahrhunderts ein.

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Zum Abschluss meines Luthertrips war ich dann tatsächlich noch an einem besonderen Ort vor den Toren Eislebens gewesen. Kurz vor Unterrißdorf hat er wohl sein nahes Ende bemerkt. Heute eine idyllische Stelle und ein guter Ort für die Beendigung meines Lutherweges.

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Erfurt Stadt der Entdeckungen 27.5. 2017

Erfurt Stadt der Entdeckungen 27.5. 2017

Erfurt-Stotternheim durfte ich auf meiner Luthertour durch Thüringen natürlich nicht auslassen. Ein mannshoher Stein markiert den wohl wichtigsten Wendepunkt im Leben Martin Luthers.

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Obwohl ich heute wieder auf den Spuren Martin Luthers durch die thüringische Landeshauptstadt wandelte, ergab sich doch auch ein sehr positives Bild der Innenstadt von Erfurt. Das Flächendenkmal zeigte wirklich sein schönstes Antlitz. Immer wieder gab es neue Plätze vollen lebendigen Lebens, aber auch schiefe Gassen samt unregelmäßigen Kirchen zu bestaunen. So weiß ich jetzt, dass es 46 Kirchen in Erfurt gibt. Etwa  10 habe ich etwas genauer betrachtet. Ob nun die Ruine der Barfüßerkirche oder die Michaeliskirche, samt ihrer kleinen Luther Minaturausstellung, immer gab es was zu entdecken.

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Eine Stadtführung auf den Spuren der 10 Jahre Leben, die der spätere Reformator in Erfurt verbracht hat, zeigte wieder interessante Einblicke und spannende Querverbindungen auf.

Erfurt bleibt in guter Erinnerung, es ist mehr als nur ein Martin Luther Gedächtnisort, schon der Straßenname Venedig zeigt, wie die Landeshauptstadt vielfältig sein kann._1150407

Ein Hauch Kirchentag und Luther in Erfurt 26.5.2017

Ein Hauch Kirchentag und Luther in Erfurt 26.5.2017

Ja, es war mein erster Kirchentag. Bisher ist diese Art Veranstaltung an mir vorbei gegangen. Doch gleich vornweg, er hat mir viele Türen geöffnet, die wohl sonst verschlossen geblieben wären. Ich bin ja eigentlich auf Lutherwegtour in Thüringen unterwegs und so führte natürlich der erste Weg ins Augustinerkloster.

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Dieser historische Lutherort hat tatsächlich noch authentische Dinge zu bieten. Auch wenn es nur Fußbodenfliesen sind. Doch auch so ist das Augustinerkloster einen Besuch wert. Überall gibt es Schönes zu entdecken. Ja, hier war Martin Luther tatsächlich gewesen. In der Synagoge war er vermutlich nicht gewesen, im Dom schon er und in der Kilianskapelle auf jeden Fall, denn hier wurde er ja zum Priester geweiht. Einen Hauch von Kirchentag traf ich aber dann doch auch noch an. Überall waren die Türen weit geöffnet dank des Kirchentages.

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Auch waren doch auch einige Menschen an ihren Tüchern als Kirchentagsbesucher zu erkennen. Auf dem Domplatz versammelten sich tatsächlich auch einige Hundert Menschen zu einem gemeinsamen Essen, Trinken und Kennen lernen. Eine besondere Begegnung bildete den Abschluss unseres ersten Kirchentages. Christliche und islamische Mystik trafen sich in der Predigerkirche im schönsten Abendlicht.

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Überraschungen in Schmalkalden 25.5. 2017

Überraschungen in Schmalkalden 25.5. 2017

Wir blieben einfach noch ein wenig in Schmalkalden und erlebten doch einige Überraschungen, alles Gute. Zuerst ging es auf die Wilhelmsburg ein hessisches Schloss mitten in Thüringen. Eine klassische Ausstellung eröffnete den Rundgang durch die altehrwürdigen Gemäuer mit einigen typischen musealen Gegebenheiten. Doch die erste Überraschung erkannten wir erst auf den zweiten Blick. In der historischen Schlosskapelle hingen Bilder, die da irgendwie reinpassten und doch auch irgendwie fehl am Platz schienen. Harald Gratz heißt die Lösung des Rätsels.

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In Antithesen, die er neu interpretierte ergänzte er das historische Ambiente eindrucksvoll. In der Georgenkirche tauchte der Künstler dann noch einmal mit einer Kreuzigung samt Luther bildgewaltig auf. Eindrucksvoll. Neben einer Kopie einer alten Rittersage überraschte die neue Dauerausstellung zum Schmalkaldischen Bund mit doch einigen sehr bemerkenswerten Details in der Art und Weise der Präsentation.  Die zweite Überraschung war dann die überaus moderne und einprägsame Darstellung der Bedeutung der Stadt Schmalkalden. Elisabeth von Rochlitz führte durch das Programm in bestem Entertainment.

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Sehr plastisch und wortgewaltig erklärte sie die Einzelheiten einer vergangenen Epoche. Toll, einfach cool gemacht. Ergänzt wurde das ganze durch absolut sehenswerte Zeichentrickfilme, die ohne Ton alles erklärten. Und wer immer noch nicht genug hatte, der kann sich auch noch museale Einzelheiten anschauen. Spitzenkonzept, das zum Verweilen einlädt.

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Beginn einer Lutherexpedition durch Thüringen in Schmalkalden 24.5.2017

Beginn einer Lutherexpedition  durch Thüringen in SchmaSchmalkaldenlkalden 24.5.2017

An einem für die Reformation bedeutenden Ort in Thüringen begann unsere Luthertour durch Thüringen. Schon die Anreise über den Thüringer Wald hat drei Stunden gedauert. Eine Fahrradtour durch Thüringen ist doch anspruchsvoller als gedacht. So konzentrieren wir uns auf die Besuchsziele. Eingerahmt in malerischen Bergen liegt die Kleinstadt Schmalkalden, die doch so eine große Bedeutung hat.

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Im Stadtbild fallen schon die vielen Luther auf. Lutherplatz, Lutherhaus und Luthers Thesen in Schaufenstern sind schon eine kreative Verstärkung.

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Ein Reformationsgarten und eine Gaststätte mit Luthermenü runden den lutherischen Gedanken ab. Ins Auge fallen natürlich die vielen Fachwerkhäuser, das Schloss und die Stadtkirche.  Höhepunkt der kleinen Schmalkalden Expedition war dann doch der Besuch des Hessenhofes am Neumarkt. Hier lebte bis zu ihrem Tode Elisabeth von Rochlitz. Ansonsten wird Luther auch gnadenlos vermarktet.

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Abwechslungsreicher Museumstag in der Reformationsstadt Torgau 21.5. 2017

Abwechslungsreicher Museumstag in der Reformationsstadt Torgau 21.5. 2017

Torgau weiß sich in Szene zu setzen, die  Manager der Stadt wissen, wie man Aufmerksamkeit auf eine Stadt lenkt.

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Dieses Mal hat mich der Internationale Museumstag nach Torgau gelockt. Und das zu recht. Toll, was hier in einem Jahr geschaffen worden ist.  Obwohl der Lutherweg nur die zweite Geige spielte, passt doch alles zueinander. Schloss Hartenfels mit seiner Schlosskapelle und den wechselnden Sonderausstellungen entführen bildgewaltig in die Zeit der Reformation und Renaissance. Das nun auch noch gleich zwei museale Kleinode ihre Pforten öffnen, ist schon bemerkenswert. Die Katharina von Bora Stube und das nahe gelegene Spalatinhaus sind von außen wie von innen sehr sehenswert. Schloss Hartenfels steht immer im Mittelpunkt des Interesses.

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Locker und leicht wird Reformation und Baugeschichte vermittelt. Mir hat es sehr gefallen. Zum Abschluss erkundeten wir noch ein besonderes Juwel der Torgauer Innenstadt. Das Bürgermeister Ringenthal Museum versetzt einem doch fast in einen Historienfilm, so echt sieht alles aus. Die Engeldecke hat schon was. Einfach toll. Danke Torgau. Ich komme gern wieder.

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Was für ein Reformations Wochenende 6.5.2017

Was für ein Reformations Wochenende 6.5.2017

Die Stadt Eisenach hat uns und sich selber ein wirklich schönes Wochenende geschenkt.  Zuerst dachte ich kaputte Häuser, laute Straßen und ein großer Reformationstrack, das ist aber nicht die lange Anreise wert. Doch von Stunde zu Stunde wurde ich eines besseren belehrt. Eisenach zog alle Register, damit uns die Stadt in positiver Erinnerung bleibt. Schon der Luther schmaus in den Lutherstuben war ein mächtiger Überzeugungsangriff. Der Aufstieg zur Wartburg auf dem Luthererlebnispfad war dann der nächste Versuch meine Meinung zu ändern. Recht geschickt verbanden die Erfinder des Weges den schwierigen Aufstieg mit einer Bildergalerie zu Luthers Leben.

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Ruckzuck waren wir oben. Die Wartburg als historischer Ort spricht ja schon für sich aber die Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ war dann schon ein echter Hingucker. Viel, aber nicht zu viel, gab es zu lesen und dank eines Audio Guides für Kinder auch anschaulich zu hören. Sehr sehenswert. Noch immer konnte die Stadt Eisenach punkten. Die ganze Stadt war ausgebildert mit Sprüchen von Martin Luther.

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Viele kamen mir bekannt vor. Das Menschengewimmel wollte gar nicht aufhören. Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen von der Reformation anziehen lassen. Egal ob sie nun des Bieres, der Kinderbeschäftigung oder wie wir als Touristen hier her gekommen sind. Noch wartete ja das Luther Haus auf unseren Besuch. Von außen ein Schmuckstück ist es von innen ein sehr vorzeigbares modernes Museum. Toll die Ausstellung zur katholischen Sicht auf die Reformation, aber auch das normale Museum war sehr anschaulich und abwechslungsreich gestaltet.

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Und wir waren auch nicht allein. Eigentlich war ich von Eisenach als schöner und voller Entdeckungen reicher Stadt schon überzeugt, doch das Sahnehäubchen kam am Abend im Landestheater. „Luther. Rebell wider Willen“ wurde als Musical dargestellt. Mit rockigen Klängen, tollen Bühnenbildern, guten Gesangseinlagen, schönen Massenszenen vergingen die 2 Stunden fast wie im Flug. Eisenach, Du hast alles gegeben uns von einer Wiederholungstat zu überzeugen. Und wir werden wohl wiederkommen auch dank der 500 Jahre Reformation.

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Kleine Stätten der Reformation im Land Brandenburg 1.5.2017

 Kleine Stätten der Reformation im Land  Brandenburg 1.5.2017

Die Spuren der Reformation sind auch in der Niederlausitz zu finden, aber ich musste schon etwas genauer hinschauen. In Luckau fand ich an der Nicolai Kirche diese schöne Reformationsbank und originale Teufelspuren am Eingang. Dorfkirchen gibt es selbstverständlich in fast jedem Dorf, so wie in Goßmar am Kranich Radweg.

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Die Dorfkirchen sind meist aus Feldsteinen erbaut und fast in jedem Ort vorhanden. Ein besonders schönes Exemplar steht in Ogrosen. Kirche, Linde, Pfarrhaus alles ist noch ein wahres Idyll. Eine kleine Tafel weist auf O.E. Schmidt hin, der auch schon hier gewesen ist.

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An einigen Orten ist die Kirche auch geöffnet, z.B. in Fürstlich Drehna. Von außen ein typischer Brandenburger Kirchenbau ist sie doch von innen besonders schlicht evangelisch gehalten.