Auf Luthers Spuren durch Mittelfranken 21.8.2022

Auf Luthers Spuren durch Mittelfranken 21.8.2022

Die Tour von Nürnberg nach Weißenburg umfasste 66Km, 470 Höhenmeter und unsere reine Fahrzeit betrug 4 Stunden. Es war eine entspannte Tour, die zunächst am Ludwig-Donau-Main-Kanal vorbeiführte.


Da am Sonntag die Bäcker in Mittelfranken geöffnet haben und regionale Köstlichkeiten anbieten, nutzten wir die Chance auf ein zweites Frühstück.


Erstaunlich viele offene Kirchen boten uns eine Möglichkeit zur Besichtigung, zum Gebet und zum Entzünden einer Kerze, so z.B. in Pfaffenhofen und in der Stadtpfarrkirche “Zu unserer Lieben Frau” in Roth. Überall trafen wir auf Luther, mal grüßte er von der Wand, mal waren Sprüche von ihm zu lesen und dann wieder ein Luther vor der Kirche.


Das prachtvolle Residenzschloss in Ellingen lag ebenfalls direkt an unserem Radweg, und da gegenüber ein Gasthof zum Verweilen einlud, schlugen wir auch diese Gelegenheit nicht aus.


In Weißenburg angekommen ging es zur St. Andreas-Kirche im Zentrum der Kreisstadt. In der Kirche befindet sich das bekannte Weißenburger Konfessionsbild, welches an die Ereignisse des Augsburger Reichstages von 1530 erinnert.

Weißenburger Konfessionsbild

Immer den Main-Donau-Kanal entlang 20.8.2022

Immer den Main-Donau-Kanal entlang 20.8.2022
Von Bamberg ging es in unserer vierten Etappe immer den Main-Donau-Kanal entlang nach Nürnberg, vorbei an Forchheim, Erlangen und Fürth, immer schnurgeradeaus, 66Km weit. Es war eine leichte Tour, da nur wenige Höhenmeter auf den gut ausgebauten Radwegen zu überwinden waren.


Nach einer Leberkäs – Brotzeit beim „Der Beck“ Bäcker nahe Fürth ging es zügig nach Nürnberg, das wir gerade noch trocken erreichten, bis der Platzregen losging, der den ganzen Tag anhalten sollte.


Da wir ohnehin einen Ruhetag in Nürnberg eingeplant hatten, blieb uns am Folgetag noch Zeit, um die Stadt ein wenig näher kennen zu lernen. Der Stadtrundgang führte uns zuerst zur St. Lorenzkirche, der größten evangelischen Kirche Bayerns. Seit 1525 ist ganz Nürnberg evangelisch – lutherisch, der erste lutherische Prediger war Andreas Osianer. Die meisten Kunstwerke dieser Kirche stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Mit ihren drei Orgeln besitzt die Lorenzkirche eine der größten Orgelanlagen Europas.


Das Albrecht- Dürer-Haus ist ein Muss für Nürnberg – Touristen, doch leider gibt es kaum einen „echten Dürer“ zu bewundern, nur Kopien. Auch die Einrichtung des Dürer Hauses ist nachempfunden und nicht original. Trotzdem fasziniert das mächtige Fachwerkhaus, das Dürer 1509 erwarb und in dem er 1528 auch starb. Wie durch ein Wunder überstand dieses Gebäude die verheerende Bombardierung der Nürnberger Altstadt 1945 und ist damit heute eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäuser aus Nürnbergs Blütezeit.


Will man einen echten Dürer sehen, dann muss man sich auf den Weg ins Germanische Nationalmuseum machen und viel Zeit mitbringen. Das GNM ist das größte kulturhistorische Museum des deutschen Sprachraums und es besitzt umfangreiche Sammlungen. Wir hatten uns vor allem für die Highliights entschieden, Werke von Albrecht Dürer und Lucas Cranach und die Sonderausstellungen „Das Mittelalter – Die Kunst des 15. Jahrhunderts – Preview“ und „Hans Hoffmann – Ein europäischer Künstler der Renaissance“..


Nach so viel Kultur wird man hungrig und deshalb statteten wir der ältesten, am selben Platz betriebenen, noch existierenden Bratwurstküche Nürnbergs einen Besuch ab. Und was isst man in Nürnberg? – natürlich Bratwurst, mit Sauerkraut, mit Kartoffelsalat oder mit Musik.

Auf Prost geht’s los 19.8.2022

Auf Prost geht’s los 19.8.2022
Als uns der Starkregen am Donnerstagmorgen den Etappenstart verzögerte, wollte uns der freundliche Wirt zu einem Bier einladen, um die Wartezeit zu verkürzen. Wir lehnten dankend ab, mussten aber letztendlich wenigstens mit einem kleinen edlen Tropfen anstoßen.
Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es von Coburg nach Bamberg, 51,3 Km, 130 Höhenmeter, 2h 43 Fahrzeit. Der Radweg war gut ausgebaut, durchgehend asphaltiert und so fuhren wir tiefenentspannt Richtung Bamberg, vorbei an der Großheirather Taufallee.

Großheirather Taufallee


Mancherorts war es früher Brauch, anlässlich der Taufe eines Kindes einen Baum zu pflanzen. Die Gemeinde und der Gartenbauverein Großheirath-Buchenrod ließen diesen Brauch in den vergangenen Jahren im Rahmen der Taufallee wieder aufleben. Großheirather Eltern haben hierbei die Möglichkeit, zur Erinnerung an diesen besonderen Tag, einen Baum auf dem Radweg von Großheirath nach Rossach zu pflanzen. Die Standorte der Bäume werden zusammen mit den Namen des Täuflings und des Tages der Taufe auf einer Schautafel festgehalten – eine tolle Idee.

KIrchweihkrapfen in Hallstadt


Nachdem wir uns in Hallstadt mit einem frischen Kirchweikrapfen gestärkt hatten, ging es zügig nach Bamberg. Im Regelfall ist die fränkische Kirchweih von Donnerstag bis Montag, in diesem Jahr vom 18.08. – 22.08.2022. Sie beginnt mit dem Aufstellen des Planbaums, setzt sich fort mit dem Kirchweihtanz und dem Kirchweihgottesdienst am Sonntag. Der Plan, auch Anger genannt, ist der Platz, an dem viele Programmpunkte der Fränkischen Kirchweih stattfinden. Oft ist es der Dorfplatz, der Marktplatz, der ehemalige Gerichts- oder Richtplatz, die Tanzlinde oder einfach nur der Platz vor der Kirche. Die Kirchweihen sind ein wichtiger Bestandteil jeder einzelnen Gemeinde und gelten als immaterielles Kulturerbe.

Bamberger Dom


In Bamberg angekommen ging es Richtung Dom, um den Tagesstempel für unsere Etappe zu erhalten. Der romanische Bamberger Dom St. Peter und St. Georg gehört zu den deutschen Kaiserdomen und ist mit seinen vier Türmen das beherrschende Bauwerk des Weltkulturerbes Bamberger Altstadt. Im Inneren befindet sich der Bamberger Reiter oder auch „steinerne Reiter“, ein steinernes Reiterstandbild aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es gehört zu den plastischen Hauptwerken der späten Stauferzeit und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Bamberg.

Bamberger Reiter


Ein neues Wahrzeichen sind die Glasfenster von Markus Lüpertz in der Kirche St. Elisabeth, die am 25./26.Juni 2022 vom Künstler der Öffentlichkeit übergeben wurden.

Sankt Elisabeth


„Glasfenster überschüttenden Kirchenraum mit farbigem Licht. . . . Engel betreten in diesem Licht die Erde und Mysterien und Visionen besetzen das Haus Gottes.“ (Markus Lüpertz)

Markus Lüpertz Fensterbild mit dem Hinweis auf die Gefangenschaft von Elisabeth in Bamberg

Auf Luthers Spuren über den Rennsteig nach Coburg 17.8. 2022

Auf Luthers Spuren über den Rennsteig nach Coburg 17.8. 2022

Unsere zweite Etappe führte uns von Ilmenau nach Coburg. Die Fahrradstrecke betrug zwar nur 66,3 Km, aber dafür ging es 810m hoch über den Rennsteig. Mit 12% Anstieg ein Härtetest für Mensch und Material. Am Ende hieß es absteigen und schieben, um Material und Mensch vor Überhitzung zu schonen.
Die Abfahrt über den Rennsteig ein Traum, ebenso die Fahrten entlang der Werra nach Sachsenbrunn. Dort kann man noch eine im 18. Jahrhundert eingerichtete Tanzlinde bewundern, welche eine stattliche Höhe von 13m und mindestens 360 Jahre auf dem Buckel hat.

Tanzlinde in Sachsenbrunn


In Eisfeld, der ersten Stadt an der Werra, begrüßte uns Luther in der offenen Dreifaltigkeitskirche – doch leider war das Pfarramt nicht besetzt und wir konnten den heiß ersehnten Pilgerstempel nicht empfangen.

Luther in der Dreifaltigkeitskirche in Eisfeld


Hinter Eisfeld verließen wir den Freistaat Thüringen und erreichten relativ mühelos die ehemalige Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg in Oberfranken. In Coburg weilte Luther 1530 für mehrere Monate und auch der Hofmaler Cranach war hier im Auftrag des sächsischen Kurfürsten tätig.

Von Luther zu Bach und Goethe – von der Gera zur Ilm 16.8.2022

Von Luther zu Bach und Goethe –
von der Gera zur Ilm
Die erste Etappe unserer Pilgertour startete am Augustinerkloster zu Erfurt, wo auch Luther 1510 oder 1511 vermutlich seine Romreise antrat.
Von Erfurt ging es über Bischleben, Molsdorf immer entlang der Gera nach Arnstadt, der ältesten Stadt der ehemaligen DDR, urkundliche Ersterwähnung im Jahre 704, und eine von fünf Thüringer Bachstädten.

Die Gera

Hier in der Neuen Kirche (früher Bonifatiuskirche) hatte J. S. Bach von 1703 bis 1707 seine erste Anstellung als Organist.

Neue Kirche in Arnstadt


Zielort war die Goethe – und Universitätsstadt Ilmenau, welche wir nach 44,6 Km und überwundenen 490 Höhenmetern erreichten.

Den Monte Kali im Blick 31.07.2021

Den Monte Kali im Blick 31.07.2021

Wir verließen auf unserer 6. Etappe das Land der Gebrüder Grimm und folgten der Fulda. Unser Ziel hieß Heringen, 72 Km auf asphaltierten Radfahrwegen. Nach 5 Km war aber erst einmal Schluss, da uns ein platter Vorderreifen ausbremste. Ein Dorn hatte den eigentlich „unkaputtbaren“ Reifen durchbohrt.

Nachdem dieser Dorn auch den zweiten neu aufgezogenen Schlauch nach 3 Km zur Strecke brachte, wurde die Lage brenzlig, da wir nur noch einen Versuch bzw. nur noch einen Schlauch hatten. Mit der freundlichen Unterstützung der einheimischen Bevölkerung in Kirchheim bekamen wir aber die Situation nach 1,5 Stunden in den Griff und es rollte wieder. Das gestrige Gebet in der Bahnradkirche Neustadt (Hessen) für radelnde Menschen hat offensichtlich geholfen – dem Herrgott sei Dank!

Vorbei ging es an Pilger- bzw. Radfahrerkirchen über Niederaula, Bad Herzfeld bis nach Heringen. Schon von Weitem begrüßte uns der Monte Kali auch liebevoll Kalimandscharo genannt.

Märchenhaftes Radeln im Rotkäppchenland 30.7.2021

Märchenhaftes Radeln im Rotkäppchenland 30.7.2021

Unsere 5. Etappe führte uns auf gut ausgebauten Radwegen von Marburg nach Oberaula (83 Km).

Es ging zunächst die Ohm entlang über Kirchhain nach Neustadt. An der Bahnradkirche in Neustadt (Hessen) wurden wir auf das „märchenhafte Radeln“ eingestimmt.

Der Bahnradweg Rotkäppchenland verbindet die märchenhafte Landschaft der Schwalm ab Neustadt (Hessen) mit dem Fuldatal in Niederaula. Durch die Anlage des Radweges auf einer ehemaligen Bahntrasse gibt es nur sanfte Anstiege mit maximal 3 Prozent. Somit war der Radweg bequem zu befahren und wir erreichten ohne Anstrengungen den höchsten Punkt des Radweges mit 420m am Bahnhof Oberode.

Angekommen in Hessen 29.7.2021

Den Lauf der Lahn folgend fuhren wir auf sehr gut ausgeschilderten und ausgebauten Radwegen von Bad Laasphe nach Marburg. Die 45km lange 4. Etappe stellte keine hohen Ansprüche und so waren wir schnell am Ziel und hatten genügend Zeit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden.

In Marburg führt kein Weg an Elisabeth vorbei. Die Kirche wurde 1235-83 über dem Grab der Heiligen Elisabeth erbaut und war eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten des Abendlandes. Sie gilt als früheste rein gotische Kirche östlich des Rheins.

Highlight ist der goldene Schrein, der zwischen 1235-1249 für die Aufnahme der Gebeine angefertigt wurde. Nachdem schon in den Jahrhunderten vor der Reformation immer wieder Elisabethreliquien an verschiedene Empfänger vergeben wurden, entnahm Landgraf Philipp die restlichen Gebeine, sodass der Schrein heute leer ist.

Von den Heiligen zur Quelle des Lebens 28.07.2021

Wenn man wie wir statt von Eisenach nach Aachen ostwärts von Aachen nach Eisenach radelt, dann muss man sich darauf einstellen, dass die Highlights mit wachsender Entfernung abnehmen.

So konnte die 3. Etappe von Wissen über Siegen nach Bad Laasphe nicht mit einer weiteren Schatzkammer aufwarten. Sehenswürdigkeiten bot allein die Natur, aber die mussten wir uns hart erarbeiten.

Die 85 km lange Tour mit ihren insgesamt 1090 zu bewältigenden Höhenmetern brachte Mensch und Material fast an ihre Grenzen. Der höchste Punkt war beim Aukopf im Rothaargebirge mit 670m erreicht. Ein lohnenswertes Ziel bot die Siegquelle nahe Waltersdorf im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Ein Schatz an der Sieg 27.07.2021

Ein Schatz an der Sieg 27.07.2021

Es gibt Orte, an denen sich Himmel und Erde berühren. Ein solcher Ort ist Siegburg. In der Schatzkammer der Servatiuskirche werden in kostbaren Schreinen und Reliquiaren die Gebeine der Heiligen aufbewahrt, wie z. B. die des Erzbischofs Anno II. oder die der Märtyrer Mauritius und Innocentius der Thebäischen Legion.

Der Siegburger Kirchenschatz ist einer der bedeutendsten erhaltenen Kirchenschätze des Mittelalters und ein Zeugnis eines unerschütterlichen Glaubens. Der mittelalterliche Mensch hatte diesem Glauben Ausdruck verliehen, indem er Reliquien und alles, was ihn an Heilige erinnerte, in kostbaren Schreinen und Gefäßen verwahrte. Heute kann sich der Besucher nach telefonischer Voranmeldung fachkundig durch die Schatzkammer führen lassen – ein unbedingtes Muss.

Von Bonn aus führte uns die 2.Etappe von Siegburg immer entlang der Sieg über Hennef, Eitorf, Herchen, Windeck, Rosbach bis nach Wissen. Die ca. 80 Km lange Radtour, fast ausschließlich auf asphaltierten Radwegen oder Straßen, ist trotz der Flussnähe anspruchsvoll, da auch Bergetappen absolviert werden müssen.