Ruhetage in Meran 31.08. – 01.09.2022

Ruhetage in Meran 31.08. – 01.09.2022
Meran ist die zweitgrößte Stadt Südtirols nach Bozen mit ca. 42000 Einwohnern.

Schloss Trautmannsdorff

Die Kurstadt ist die einzige Stadt Südtirols, deren Bevölkerung sich je zur Hälfte aus italienisch und deutschsprachigen Einwohnern zusammensetzt.

Promenade an der Passer

Meran liegt im Herzen Südtirols auf der Südseite der Alpen.

Das Kurhaus

Für Menschen aus dem Norden ist die Region das Tor zum Süden, für Menschen aus dem Süden das Tor zum Norden.

Altstadt mit Stadtpfarrkirche


Die Kurstadt und ihre umliegenden Orte und Täler profitieren in vielerlei Hinsicht von dieser besonderen Lage.

Der Tappeinerweg

Ganzjährig herrscht ein mildes Klima, die Stadt ist geprägt von ausgedehnten Parks und grünen Promenaden, von botanischen Gärten und zahlreichen Wasserläufen und in der Küche finden sich mediterrane Zutaten genauso wie alpine.

Marillenknödel


Wir genossen das urbane Flair der Altstadt, die Prunkbauten der Belle Epoque und die preisgekrönten Gärten von Schloss Trauttmansdorf.

Gärten von Schloss Trautmannsdorff

Im Schloss, wo einst die Kaiserin Elisabeth (Sisi) logierte, befindet sich heute das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, kurz Touriseum genannt.

Kaiserin Sisi war hier dreimal gewesen.

Durch den Vinschgau nach Meran 30.8.2022

Durch den Vinschgau nach Meran 30.8.2022
Unsere 13.Etappe war eine Etappe der Superlative – sie war mit 83 Km die längste und mit 1360 Höhenmetern abwärts die schnellste Etappe. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug ca. 22 km/h.
Wir starteten von Reschen aus und schossen unser erstes Foto natürlich am aus dem Reschensee ragenden Kirchturm, der Bildikone schlechthin in dieser Region.


Von Reschen aus ging es auf der Radautobahn Richtung Meran

. Die fast durchgängig asphaltierte und breit angelegte Radstrecke führte vorbei an Apfelplantagen und an der Etsch, dem mit 415 Km zweitlängsten Fluss in Italien. Die Etsch, trentinisch Ades, entspringt in Südtirol und durchfließt das Etschtal und die Po – Ebene.
Wir folgten weiter der Via Claudia Augusta und machten einen Zwischenstopp in Naturns. Hier fanden wir, eingebettet in die in der Talsohle vorherrschenden Apfelgärten, die kleine Kirche St. Prokolus.

Dieses Kirchlein ist ein kunsthistorisches Kleinod. Im Innern ist ein einzigartiger Freskenzyklus zu finden, der nach der Freilegung 1923 als Sensationsfund galt. Die unteren Fresken zählen zu den frühesten Beispielen vorromanischer Wandmalerei im deutschsprachigen Raum.

Engel und Heilige, der berühmte Schaukler und sogar eine Rinderherde sind zu bewundern. Die Malereien lassen sich nicht mit Sicherheit deuten und so gibt es auch über den sogenannten „Schaukler“ unterschiedliche Ansichten. Handelt es sich tatsächlich um den Heiligen Prokulus, vierter Bischof von Verona, der seine Stadt fluchtartig verlassen musste oder ist die Flucht des Paulus aus Damaskus dargestellt?


Von Naturns aus ging es in einstündiger Fahrt zu unserem Etappenziel Merane. Dort trafen wir in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Quartiers wieder auf Martin Luther – ein Zufall?

Ankunft in Italien 29.08.2022

Ankunft in Italien 29.08.2022

Wieder folgten wir der Via Claudia Augusta in Richtung Reschenpass, 43 Km und 860 Höhenmeter waren zu überwinden. Wir machten uns dabei nicht zum Clown, denn die Radtouristen, die mit uns auf dem Pass radelten, waren auch nicht viel schneller unterwegs.

Beliebtes Fotomotiv auf der Via Claudia Augusta


Bevor wir aber den Reschenpass passieren konnten, ging es auf steinigen Kieswegen steil bergauf Richtung Schweiz. Ein beliebtes Fotomotiv vor der Grenze zur Schweiz ist die ehemalige Grenzfeste und Zollstation Altfinstermünz an der Innschlucht zwischen Pfunds und Nauders.

Unheimlich romantisch und anstrengend


Auf der Asphaltstraße angekommen, ging es gut, wenn auch nicht ohne Kraftanstrengung, voran, 11 Km lang immer bergauf. Im Vergleich war der Fernpass die weitaus größere Herausforderung.

11 Spitzkehren am Reschenpass


In Nauders hatten wir es endlich geschafft, es ging wieder abwärts Richtung italienische Grenze. Es gab zwar noch ein paar kleine Anstiege, aber die waren nur kurz und das Ziel in Sichtweite.

Österreich gibt noch einmal alles.


Bei Reschen passierten wir die Grenze und können uns nun auf entspanntere Etappen einstellen.

An der Grenze zu Bella Italia

Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Nach der stressigen Fernpassüberquerung genehmigten wir uns eine entspannte Etappe durch das Oberinntal. Von Tarrenz ging es nach Ried, 46 Km und 390 Höhenmeter.

Hervorragende Radwege im Oberinntal

Auf breiten und gut asphaltierten Radwegen fuhren wir durch das Tal und dabei immer auf der altbekannten Via Claudia Augusta.

Via Claudia Augusta

Diesmal hatten wir genügend Zeit, um all die Schautafeln zu studieren, die in regelmäßigen Abständen Informationen über die Kaiserstraße an die Radtouristen geben. Die antike Alpenautobahn führte primär auf der Sonnenseite der Täler entlang. Wenn aber für die Römer die Steinschlaggefahr zu groß war, entschieden sie sich für eine Brücke über den Inn.

Mehrmals über den Inn

So mussten auch wir den Inn mehrmals überqueren, immer der Via Claudia Augusta folgend.
Dabei trafen wir auf einen australischen Radtouristen, der von Paris kommend auf einem Klapprad mit selbstgebautem Kofferanhänger durch das Oberinntal radelte – sein Ziel – Rom.
Wir sind also nicht die einzigen “Verrückten” auf der Via Claudia Augusta.

Exot auf dem Radweg

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Wir verließen Füssen und das Lechtal und auf zunächst gut asphaltierten Radwegen ging es entlang der Via Claudia Augusta Richtung Tirol. Insgesamt waren 910 Höhenmeter auf der 65 Km langen Radtour nach Tarrenz zu überwinden.

Immer wieder gibt es lesenswerte Tafeln am Wegesrand.


Die Strecke von Füssen über den Fernpass bis zum Reschenpass ist sehr anspruchsvoll, aber landschaftlich wohl der Höhepunkt unserer gesamten Tour.

Zugspitze vor den Augen


Es gab sehr viele Steigungen und schwierige Teilstücke. Auf steinigen, sehr schwer befahrbaren Wegen ging es im letzten Drittel dieser Etappe ständig bergauf und bergab.

Der Huckepack Service ist eine wirklich gute Idee.


So lauern auch heute noch Gefahren auf Alpenpässen. Es ist einiges an Anstrengung notwendig, wenn man sie sich mit eigener Kraft erarbeiten will.

Eine besonderer Abschnitt voller Gefahr


Nach dem bisher schwierigsten Teilstück erreichten wir den Gasthof Seewald, der – Gott sei Dank – direkt an der Via Claudia Augusta lag und uns Quartier bot.

Tirol vom Feinsten

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Durch das wunderschöne bayrische Voralpenland ging es heute nach Füssen. Hier scheint die Natur noch in Ordnung, die Wiesen im satten Grün, die Wälder sehen gesund aus, kein Vergleich zu Thüringen, Sachsen oder Brandenburg, gesegnetes Bayern.
Die Radwege sind fast durchgehend asphaltiert oder es gibt feste Kieswege durch schattige Wälder und immer der Blick auf die Berge – einfach wunderschön.

Durch das Voralpenland


Auch BIO – Milchtankstellen gibt es hier am Radweg, die frisch gekühlte Heumilch anbieten – ein Genuss und damit eine echte Alternative zu Radler und Bier.

Selten aber gut.


Wir folgten weiter der Via Claudia Augusta, der römischen Kaiserstraße, und waren zeitweise gleichzeitig auch auf der Romantischen Straße und auf dem Lechradweg unterwegs.

Die alte römische Kaiserstraße.


So kamen wir kurz vor Füssen auch an den Forggensee und nutzten bei sonnigem Wetter die Gelegenheit zum Baden und Ausruhen.

Ein kleines Badeparadies


Nach einer leichten und erholsamen Tour, trotz 66Km und 510 Höhenmetern, kamen wir gegen 16.00 Uhr entspannt in der Touristenhochburg Füssen an.

Menschen über Menschen.

Dahinab! Raus aus Augsburg 25.8.2022

Dahinab! Raus aus Augsburg 25.8.2022
Wir mussten zwar nicht aus Augsburg fliehen, wie Martin Luther am21.10.1518, doch ging es auch für uns weiter die Via Claudia Augusta entlang, 69 Km und 260 Höhenmeter Richtung Fuchstal.

Immer noch in Betrieb.

Kaum aus Augsburg raus, passierten wir die ehemalige Slalomstrecke der Olympischen Spiele von 1972 – heute Kanuleistungszentrum.
Der Via Claudia Augusta folgend ging es weiter Richtung Landsberg am Lech.

Zwei auf dem Weg nach Rom.

Die malerische Stadt Landsberg an der Romantischen Straße gehört zu den Regionen Deutschlands mit der höchsten Lebensqualität.

An der Straße der Romantik Landsberg

Die reiche Geschichte der Stadt spiegelt sich in den Gassen und Plätzen der Altstadt und in den kunsthistorisch bedeutenden Kirchen gibt es zahlreich Schätze zu bestaunen.

Stadtpfarrkirche in Landsberg

Unterwegs in der Stadt der Confessio Augustana 24.8.2022

Unterwegs in der Stadt der Confessio Augustana 24.8.2022

Unser Ruhetag in Augsburg stand ganz im Zeichen Martin Luthers. Es gibt in Augsburg vieles zu sehen, was an Luthers Wirken in Augsburg, an den Glaubensstreit und an seine Folgen erinnert.
Wir starteten unsere Tour am Dom, denn dort hatte Luther im Jahr 1520 seine Appellation an den Papst angeschlagen. Der romanisch-gotische Dom ist eine Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Die fünf romanischen Prophetenfenster sind der älteste Glasgemäldezyklus der Welt.


Über den südlichen Domvorplatz führte uns der Weg zur ehemaligen bischöflichen Residenz. In ihrem Vorgängerbau wurde 1530 die “Confessio Augustana” verlesen. Eine Gedenktafel an der barocken Fassade erinnert daran. Der schlanke Pfalzturm darüber ist das letzte Relikt aus dieser Zeit.


Die St. Anna Kirche ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert an Luthers Aufenthalt im ehemaligen Karmeliterkloster im Oktober 1518. Im Ostchor hängt ein Porträt von Martin Luther aus der Werkstatt von Lukas Cranach. Die Lutherstiege – das Museum im ehemaligen Kloster – setzt sich die Augsburger Reformationsgeschichte auseinander.


Jedes Jahr am 8.August wird seit 1650 das Augsburger Hohe Friedensfest in der Stadt begangen. Ursprünglich dankten die Augsburger Protestanten mit dem Fest für die Erhaltung des Glaubens und für das Ende der Unterdrückung. Heute ist das Friedensfest ein interreligiöses Fest, bei dem sich alle Glaubensrichtungen mit dem Friedensgedanken auseinandersetzen können. Seit 1950 ist dieser Tag in Augsburg ein gesetzlicher Feiertag. Heute trafen sich hier auf dem zentralen Platz die Ukrainer zum Gedenken an ihren Unabhängigkeitstag.


Zu unserem Rundgang durch Augsburg gehörte auch ein Besuch der Augsburger Puppenkiste. Da kamen Kindheitserinnerungen hoch – damals noch Schwarz/Weiß im Westfernsehen, nun live und in Farbe „Der Räuber Hotzenplotz“.

Erste Etappe auf der Via Claudia Augusta 23.8.2022

Erste Etappe auf der Via Claudia Augusta 23.8.2022
Von Donauwörth ging es für uns auf der Via Claudia Augusta weiter. Der gut ausgebaute Radweg führte uns auf den Spuren der Feldherren Drusus und Tiberius entlang der alten Römerstraße nach Augsburg, 49 Km, 180 Höhenmeter.


Die Via Claudia Augusta wurde im Jahre 47 n.Chr. unter Kaiser Claudius von Altinum über den Reschenpass bis an die Donau erbaut. Ursprünglich wurde sie als militärischer Weg genutzt, in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sie sich zu einer wichtigen Handels – und Reiseroute. Später verlor die Via Claudia Augusta ihre Bedeutung als führende Römerstraße an die immer wichtiger werdende Strecke über den Brenner.
In Allmannshofen begegneten wir den Schwabenbüffeln, einer Herde Wasserbüffel, die hier an der Donau heimisch geworden sind. Aus der Region für Genießer – Fleisch und Wurst vom Wasserbüffel.


In Augsburg angekommen besuchten wir zunächst die Touristinformation im Zentrum der Altstadt, um Material für die Planung unseres Ruhetages zu sammeln, der natürlich wieder ganz im Zeichen Luthers stehen soll.

Von Mittelfranken nach Bayrisch Schwaben 22.8.2022

Von Mittelfranken nach Bayrisch Schwaben 22.8.2022

Über Schambach, Dietfurt, Gundelsheim, Monheim und Kaisheim ging es streckenweise der B2 entlang nach Donauwörth, insgesamt 55 Km und 480 Höhenmeter. Eine mittelschwere Tour, da immer wieder kurze Anstiege bewältigt werden mussten.


Die Umfahrung der B2 bei Rehlingen eröffnete uns einen Blick auf Kurioses am Wegesrand. Meist bleiben solche kleinen Kunstwerke ja unbeachtet, doch diesmal nicht.


In Kaisheim, im Kaibachtal, stießen wir auf die älteste Niederlassung der Zisterzienser in der Diözese Augsburg. Das im 12. Jahrhundert gegründete Kloster wurde 1816 in eine Strafanstalt umgewandelt und die ehemalige Klosterkirche ist heute die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Es ist die größte Klosterbasilika in Bayrisch Schwaben. Erbaut wurde sie im 14. Jahrhundert mit einem Grundriss, der das lateinische Kreuz mit seinen verschiedenen langen Balken nachbildet.
Von Kaisheim ging es auf meist asphaltierten Radwegen Richtung Donauwörth.

Verwirrung stiftete bei der Ankunft in Donauwörth ein Tunnel. Doch Komoot sei Dank, wir fanden unser Hotel auf der anderen Seite des Tunnels.