Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Durch das wunderschöne Oberinntal – 28.08.2022

Nach der stressigen Fernpassüberquerung genehmigten wir uns eine entspannte Etappe durch das Oberinntal. Von Tarrenz ging es nach Ried, 46 Km und 390 Höhenmeter.

Hervorragende Radwege im Oberinntal

Auf breiten und gut asphaltierten Radwegen fuhren wir durch das Tal und dabei immer auf der altbekannten Via Claudia Augusta.

Via Claudia Augusta

Diesmal hatten wir genügend Zeit, um all die Schautafeln zu studieren, die in regelmäßigen Abständen Informationen über die Kaiserstraße an die Radtouristen geben. Die antike Alpenautobahn führte primär auf der Sonnenseite der Täler entlang. Wenn aber für die Römer die Steinschlaggefahr zu groß war, entschieden sie sich für eine Brücke über den Inn.

Mehrmals über den Inn

So mussten auch wir den Inn mehrmals überqueren, immer der Via Claudia Augusta folgend.
Dabei trafen wir auf einen australischen Radtouristen, der von Paris kommend auf einem Klapprad mit selbstgebautem Kofferanhänger durch das Oberinntal radelte – sein Ziel – Rom.
Wir sind also nicht die einzigen “Verrückten” auf der Via Claudia Augusta.

Exot auf dem Radweg

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Von Füssen über den Fernpass nach Tirol – 27.08.2022

Wir verließen Füssen und das Lechtal und auf zunächst gut asphaltierten Radwegen ging es entlang der Via Claudia Augusta Richtung Tirol. Insgesamt waren 910 Höhenmeter auf der 65 Km langen Radtour nach Tarrenz zu überwinden.

Immer wieder gibt es lesenswerte Tafeln am Wegesrand.


Die Strecke von Füssen über den Fernpass bis zum Reschenpass ist sehr anspruchsvoll, aber landschaftlich wohl der Höhepunkt unserer gesamten Tour.

Zugspitze vor den Augen


Es gab sehr viele Steigungen und schwierige Teilstücke. Auf steinigen, sehr schwer befahrbaren Wegen ging es im letzten Drittel dieser Etappe ständig bergauf und bergab.

Der Huckepack Service ist eine wirklich gute Idee.


So lauern auch heute noch Gefahren auf Alpenpässen. Es ist einiges an Anstrengung notwendig, wenn man sie sich mit eigener Kraft erarbeiten will.

Eine besonderer Abschnitt voller Gefahr


Nach dem bisher schwierigsten Teilstück erreichten wir den Gasthof Seewald, der – Gott sei Dank – direkt an der Via Claudia Augusta lag und uns Quartier bot.

Tirol vom Feinsten

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Den Lech entlang nach Füssen 26.8.2022

Durch das wunderschöne bayrische Voralpenland ging es heute nach Füssen. Hier scheint die Natur noch in Ordnung, die Wiesen im satten Grün, die Wälder sehen gesund aus, kein Vergleich zu Thüringen, Sachsen oder Brandenburg, gesegnetes Bayern.
Die Radwege sind fast durchgehend asphaltiert oder es gibt feste Kieswege durch schattige Wälder und immer der Blick auf die Berge – einfach wunderschön.

Durch das Voralpenland


Auch BIO – Milchtankstellen gibt es hier am Radweg, die frisch gekühlte Heumilch anbieten – ein Genuss und damit eine echte Alternative zu Radler und Bier.

Selten aber gut.


Wir folgten weiter der Via Claudia Augusta, der römischen Kaiserstraße, und waren zeitweise gleichzeitig auch auf der Romantischen Straße und auf dem Lechradweg unterwegs.

Die alte römische Kaiserstraße.


So kamen wir kurz vor Füssen auch an den Forggensee und nutzten bei sonnigem Wetter die Gelegenheit zum Baden und Ausruhen.

Ein kleines Badeparadies


Nach einer leichten und erholsamen Tour, trotz 66Km und 510 Höhenmetern, kamen wir gegen 16.00 Uhr entspannt in der Touristenhochburg Füssen an.

Menschen über Menschen.

Dahinab! Raus aus Augsburg 25.8.2022

Dahinab! Raus aus Augsburg 25.8.2022
Wir mussten zwar nicht aus Augsburg fliehen, wie Martin Luther am21.10.1518, doch ging es auch für uns weiter die Via Claudia Augusta entlang, 69 Km und 260 Höhenmeter Richtung Fuchstal.

Immer noch in Betrieb.

Kaum aus Augsburg raus, passierten wir die ehemalige Slalomstrecke der Olympischen Spiele von 1972 – heute Kanuleistungszentrum.
Der Via Claudia Augusta folgend ging es weiter Richtung Landsberg am Lech.

Zwei auf dem Weg nach Rom.

Die malerische Stadt Landsberg an der Romantischen Straße gehört zu den Regionen Deutschlands mit der höchsten Lebensqualität.

An der Straße der Romantik Landsberg

Die reiche Geschichte der Stadt spiegelt sich in den Gassen und Plätzen der Altstadt und in den kunsthistorisch bedeutenden Kirchen gibt es zahlreich Schätze zu bestaunen.

Stadtpfarrkirche in Landsberg

Unterwegs in der Stadt der Confessio Augustana 24.8.2022

Unterwegs in der Stadt der Confessio Augustana 24.8.2022

Unser Ruhetag in Augsburg stand ganz im Zeichen Martin Luthers. Es gibt in Augsburg vieles zu sehen, was an Luthers Wirken in Augsburg, an den Glaubensstreit und an seine Folgen erinnert.
Wir starteten unsere Tour am Dom, denn dort hatte Luther im Jahr 1520 seine Appellation an den Papst angeschlagen. Der romanisch-gotische Dom ist eine Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Die fünf romanischen Prophetenfenster sind der älteste Glasgemäldezyklus der Welt.


Über den südlichen Domvorplatz führte uns der Weg zur ehemaligen bischöflichen Residenz. In ihrem Vorgängerbau wurde 1530 die “Confessio Augustana” verlesen. Eine Gedenktafel an der barocken Fassade erinnert daran. Der schlanke Pfalzturm darüber ist das letzte Relikt aus dieser Zeit.


Die St. Anna Kirche ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert an Luthers Aufenthalt im ehemaligen Karmeliterkloster im Oktober 1518. Im Ostchor hängt ein Porträt von Martin Luther aus der Werkstatt von Lukas Cranach. Die Lutherstiege – das Museum im ehemaligen Kloster – setzt sich die Augsburger Reformationsgeschichte auseinander.


Jedes Jahr am 8.August wird seit 1650 das Augsburger Hohe Friedensfest in der Stadt begangen. Ursprünglich dankten die Augsburger Protestanten mit dem Fest für die Erhaltung des Glaubens und für das Ende der Unterdrückung. Heute ist das Friedensfest ein interreligiöses Fest, bei dem sich alle Glaubensrichtungen mit dem Friedensgedanken auseinandersetzen können. Seit 1950 ist dieser Tag in Augsburg ein gesetzlicher Feiertag. Heute trafen sich hier auf dem zentralen Platz die Ukrainer zum Gedenken an ihren Unabhängigkeitstag.


Zu unserem Rundgang durch Augsburg gehörte auch ein Besuch der Augsburger Puppenkiste. Da kamen Kindheitserinnerungen hoch – damals noch Schwarz/Weiß im Westfernsehen, nun live und in Farbe „Der Räuber Hotzenplotz“.

Erste Etappe auf der Via Claudia Augusta 23.8.2022

Erste Etappe auf der Via Claudia Augusta 23.8.2022
Von Donauwörth ging es für uns auf der Via Claudia Augusta weiter. Der gut ausgebaute Radweg führte uns auf den Spuren der Feldherren Drusus und Tiberius entlang der alten Römerstraße nach Augsburg, 49 Km, 180 Höhenmeter.


Die Via Claudia Augusta wurde im Jahre 47 n.Chr. unter Kaiser Claudius von Altinum über den Reschenpass bis an die Donau erbaut. Ursprünglich wurde sie als militärischer Weg genutzt, in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sie sich zu einer wichtigen Handels – und Reiseroute. Später verlor die Via Claudia Augusta ihre Bedeutung als führende Römerstraße an die immer wichtiger werdende Strecke über den Brenner.
In Allmannshofen begegneten wir den Schwabenbüffeln, einer Herde Wasserbüffel, die hier an der Donau heimisch geworden sind. Aus der Region für Genießer – Fleisch und Wurst vom Wasserbüffel.


In Augsburg angekommen besuchten wir zunächst die Touristinformation im Zentrum der Altstadt, um Material für die Planung unseres Ruhetages zu sammeln, der natürlich wieder ganz im Zeichen Luthers stehen soll.

Von Mittelfranken nach Bayrisch Schwaben 22.8.2022

Von Mittelfranken nach Bayrisch Schwaben 22.8.2022

Über Schambach, Dietfurt, Gundelsheim, Monheim und Kaisheim ging es streckenweise der B2 entlang nach Donauwörth, insgesamt 55 Km und 480 Höhenmeter. Eine mittelschwere Tour, da immer wieder kurze Anstiege bewältigt werden mussten.


Die Umfahrung der B2 bei Rehlingen eröffnete uns einen Blick auf Kurioses am Wegesrand. Meist bleiben solche kleinen Kunstwerke ja unbeachtet, doch diesmal nicht.


In Kaisheim, im Kaibachtal, stießen wir auf die älteste Niederlassung der Zisterzienser in der Diözese Augsburg. Das im 12. Jahrhundert gegründete Kloster wurde 1816 in eine Strafanstalt umgewandelt und die ehemalige Klosterkirche ist heute die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Es ist die größte Klosterbasilika in Bayrisch Schwaben. Erbaut wurde sie im 14. Jahrhundert mit einem Grundriss, der das lateinische Kreuz mit seinen verschiedenen langen Balken nachbildet.
Von Kaisheim ging es auf meist asphaltierten Radwegen Richtung Donauwörth.

Verwirrung stiftete bei der Ankunft in Donauwörth ein Tunnel. Doch Komoot sei Dank, wir fanden unser Hotel auf der anderen Seite des Tunnels.

Auf Luthers Spuren durch Mittelfranken 21.8.2022

Auf Luthers Spuren durch Mittelfranken 21.8.2022

Die Tour von Nürnberg nach Weißenburg umfasste 66Km, 470 Höhenmeter und unsere reine Fahrzeit betrug 4 Stunden. Es war eine entspannte Tour, die zunächst am Ludwig-Donau-Main-Kanal vorbeiführte.


Da am Sonntag die Bäcker in Mittelfranken geöffnet haben und regionale Köstlichkeiten anbieten, nutzten wir die Chance auf ein zweites Frühstück.


Erstaunlich viele offene Kirchen boten uns eine Möglichkeit zur Besichtigung, zum Gebet und zum Entzünden einer Kerze, so z.B. in Pfaffenhofen und in der Stadtpfarrkirche “Zu unserer Lieben Frau” in Roth. Überall trafen wir auf Luther, mal grüßte er von der Wand, mal waren Sprüche von ihm zu lesen und dann wieder ein Luther vor der Kirche.


Das prachtvolle Residenzschloss in Ellingen lag ebenfalls direkt an unserem Radweg, und da gegenüber ein Gasthof zum Verweilen einlud, schlugen wir auch diese Gelegenheit nicht aus.


In Weißenburg angekommen ging es zur St. Andreas-Kirche im Zentrum der Kreisstadt. In der Kirche befindet sich das bekannte Weißenburger Konfessionsbild, welches an die Ereignisse des Augsburger Reichstages von 1530 erinnert.

Weißenburger Konfessionsbild

Immer den Main-Donau-Kanal entlang 20.8.2022

Immer den Main-Donau-Kanal entlang 20.8.2022
Von Bamberg ging es in unserer vierten Etappe immer den Main-Donau-Kanal entlang nach Nürnberg, vorbei an Forchheim, Erlangen und Fürth, immer schnurgeradeaus, 66Km weit. Es war eine leichte Tour, da nur wenige Höhenmeter auf den gut ausgebauten Radwegen zu überwinden waren.


Nach einer Leberkäs – Brotzeit beim „Der Beck“ Bäcker nahe Fürth ging es zügig nach Nürnberg, das wir gerade noch trocken erreichten, bis der Platzregen losging, der den ganzen Tag anhalten sollte.


Da wir ohnehin einen Ruhetag in Nürnberg eingeplant hatten, blieb uns am Folgetag noch Zeit, um die Stadt ein wenig näher kennen zu lernen. Der Stadtrundgang führte uns zuerst zur St. Lorenzkirche, der größten evangelischen Kirche Bayerns. Seit 1525 ist ganz Nürnberg evangelisch – lutherisch, der erste lutherische Prediger war Andreas Osianer. Die meisten Kunstwerke dieser Kirche stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Mit ihren drei Orgeln besitzt die Lorenzkirche eine der größten Orgelanlagen Europas.


Das Albrecht- Dürer-Haus ist ein Muss für Nürnberg – Touristen, doch leider gibt es kaum einen „echten Dürer“ zu bewundern, nur Kopien. Auch die Einrichtung des Dürer Hauses ist nachempfunden und nicht original. Trotzdem fasziniert das mächtige Fachwerkhaus, das Dürer 1509 erwarb und in dem er 1528 auch starb. Wie durch ein Wunder überstand dieses Gebäude die verheerende Bombardierung der Nürnberger Altstadt 1945 und ist damit heute eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäuser aus Nürnbergs Blütezeit.


Will man einen echten Dürer sehen, dann muss man sich auf den Weg ins Germanische Nationalmuseum machen und viel Zeit mitbringen. Das GNM ist das größte kulturhistorische Museum des deutschen Sprachraums und es besitzt umfangreiche Sammlungen. Wir hatten uns vor allem für die Highliights entschieden, Werke von Albrecht Dürer und Lucas Cranach und die Sonderausstellungen „Das Mittelalter – Die Kunst des 15. Jahrhunderts – Preview“ und „Hans Hoffmann – Ein europäischer Künstler der Renaissance“..


Nach so viel Kultur wird man hungrig und deshalb statteten wir der ältesten, am selben Platz betriebenen, noch existierenden Bratwurstküche Nürnbergs einen Besuch ab. Und was isst man in Nürnberg? – natürlich Bratwurst, mit Sauerkraut, mit Kartoffelsalat oder mit Musik.

Auf Prost geht’s los 19.8.2022

Auf Prost geht’s los 19.8.2022
Als uns der Starkregen am Donnerstagmorgen den Etappenstart verzögerte, wollte uns der freundliche Wirt zu einem Bier einladen, um die Wartezeit zu verkürzen. Wir lehnten dankend ab, mussten aber letztendlich wenigstens mit einem kleinen edlen Tropfen anstoßen.
Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es von Coburg nach Bamberg, 51,3 Km, 130 Höhenmeter, 2h 43 Fahrzeit. Der Radweg war gut ausgebaut, durchgehend asphaltiert und so fuhren wir tiefenentspannt Richtung Bamberg, vorbei an der Großheirather Taufallee.

Großheirather Taufallee


Mancherorts war es früher Brauch, anlässlich der Taufe eines Kindes einen Baum zu pflanzen. Die Gemeinde und der Gartenbauverein Großheirath-Buchenrod ließen diesen Brauch in den vergangenen Jahren im Rahmen der Taufallee wieder aufleben. Großheirather Eltern haben hierbei die Möglichkeit, zur Erinnerung an diesen besonderen Tag, einen Baum auf dem Radweg von Großheirath nach Rossach zu pflanzen. Die Standorte der Bäume werden zusammen mit den Namen des Täuflings und des Tages der Taufe auf einer Schautafel festgehalten – eine tolle Idee.

KIrchweihkrapfen in Hallstadt


Nachdem wir uns in Hallstadt mit einem frischen Kirchweikrapfen gestärkt hatten, ging es zügig nach Bamberg. Im Regelfall ist die fränkische Kirchweih von Donnerstag bis Montag, in diesem Jahr vom 18.08. – 22.08.2022. Sie beginnt mit dem Aufstellen des Planbaums, setzt sich fort mit dem Kirchweihtanz und dem Kirchweihgottesdienst am Sonntag. Der Plan, auch Anger genannt, ist der Platz, an dem viele Programmpunkte der Fränkischen Kirchweih stattfinden. Oft ist es der Dorfplatz, der Marktplatz, der ehemalige Gerichts- oder Richtplatz, die Tanzlinde oder einfach nur der Platz vor der Kirche. Die Kirchweihen sind ein wichtiger Bestandteil jeder einzelnen Gemeinde und gelten als immaterielles Kulturerbe.

Bamberger Dom


In Bamberg angekommen ging es Richtung Dom, um den Tagesstempel für unsere Etappe zu erhalten. Der romanische Bamberger Dom St. Peter und St. Georg gehört zu den deutschen Kaiserdomen und ist mit seinen vier Türmen das beherrschende Bauwerk des Weltkulturerbes Bamberger Altstadt. Im Inneren befindet sich der Bamberger Reiter oder auch „steinerne Reiter“, ein steinernes Reiterstandbild aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es gehört zu den plastischen Hauptwerken der späten Stauferzeit und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Bamberg.

Bamberger Reiter


Ein neues Wahrzeichen sind die Glasfenster von Markus Lüpertz in der Kirche St. Elisabeth, die am 25./26.Juni 2022 vom Künstler der Öffentlichkeit übergeben wurden.

Sankt Elisabeth


„Glasfenster überschüttenden Kirchenraum mit farbigem Licht. . . . Engel betreten in diesem Licht die Erde und Mysterien und Visionen besetzen das Haus Gottes.“ (Markus Lüpertz)

Markus Lüpertz Fensterbild mit dem Hinweis auf die Gefangenschaft von Elisabeth in Bamberg